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Tages dieselbe beim Abschied mit einem kostbaren Geschenk ausdes Klosters Schatzkammer erfreuen. Sie wies es aber mit denWorten zurück: als solches wünsche ich nur den Pförtner Ekke-hard für mich zum Lehrer; den sendet mir für einige Zeit inmein Schloß auf dem Hohentwiel. Had ewig hatte aber schonden Tag zuvor (»xriclis«) bei ihrer Ankunft vor des PförtnersWohnung diesem im Geheimen ihren Wunsch mitgeteilt und auchdessen Zusage erhalten; hiernach muß der Ruf des angeblichenPförtners Ekkehard II. als eines Gelehrten schon vorher zuHadewig gedrungen sein. Der zu Rat gezogene Dekan Ekke-hard I., des Pförtners Oheim, widerriet entschieden, der Abtaber sah sich der hohen Bittstellerin gegenüber in die traurigeNotwendigkeit versetzt, die Bitte gewähren zu müssen ^), und eswurde der Tag von Ekkehards Eintreffen auf dein Hohentwiel ver-abredet. Mit Ungeduld erwartete ihn daselbst Hadewig. Dortangekommen wurde Ekkehard ehrenvoller als ihm lieb war em-pfangen: die Herzogin führte ihren Meister (»wm^istruiQ«) an derHand in das für ihn bestimmte Gemach (»ooimluvk«), welchesneben dein ihrigen lag und mit ihm ungewohnter Pracht und Be-quemlichkeit ausgestattet worden. So war die Rückwand seinerBettstätte mit einem kostbaren Teppich behangen, auch fehlte zudem reichen Bettzeug *) nicht eine schöne Gardine (ein Vorhang).Das war nun alles ganz und gar gegen den Willen des beschei-denen Mönchs, darum bat er den ihm zugeordneten Diener, welcherein Leibeigener der Herzogin war, beides zu entfernen, was denndieser auch that. Da hatte Ekkehard nun alsbald Gelegenheit, dierücksichtslose Strenge seiner hohen Schülerin kennen zu lernen.Denn als Hadewig erfahren, was geschehen, ließ sie den armenDiener auspeitschen und Hütte ohne die Fürbitte ihres Lehrersdenselben noch viel härter gestraft, mit „Haut und Haar" schinden(»Aoeapilluri«) lassen.
In Ekkehards Gemach pflegte die Herzogin zu ihr gelegeneuStunden Tag und Nacht mit einer ihrer vertrauten Frauen einzu-treten, um sich den Virgil erklären zulassen^). Während der
*) Dieses bestand nach der Regel im Kloster aus einem Strohsack, einemBetttuch, einer Decke und einem Kopfkissen.