Druckschrift 
Der Urstamm der Hohenzollern und seine Verzeigungen
Entstehung
Seite
82
Einzelbild herunterladen
 

82

nassen Graben gelegt, zu dem in die innere Ringmauer einge-bauten zweiten Thorturm und zunächst in den geräumigen Burg-hof führte, in welchem sich außer dem Schloß im engeren Sinne,dem ehmaligen Herrenhaus, mancherhand niedrigere an die innereRingmauer angebaute Gebäude, als da sind Wohngebäude fürdas Gesinde, Stallungen, Jagd- und sonstige Zeug-Vorrats-Häuser,Hundeställe zc. zc. befanden. In unmittelbarer Nähe von derBurg, noch im Schutze derselben, waren die zu der Maierei desansehnlichen Herrenhofes gehörigen Ökonomie-Gebäude nebst denWohngelassen des Maiers und seiner Knechte.

Nach der vorausgeschickten, auf eigener Anschauung beruhendenkurzen Beschreibung des noch erhaltenen Schlosses in Hirrlingen(Hurningen), gehörte dasselbe seiner Lage und Befestigung nachzu den Wasserburgen, deren es auch in anderen Gegenden vonDeutschland gegeben ^).

lind wenn, wie wir wenigstens zu nicht geringer Wahrschein-lichkeit erhoben '^), der Minnesänger Hartmann von Aueein Schwabe gewesen, und dem mehrgenaunten ritterlichen Ge-schlechte v. Ow angehört hat, so kann man versucht sein, zu ver-muten, unsere Wasserburg Hurningen, in der Nähe von demobgenannten, in alten Zeiten an jeglichen: Wild reichen Waldge-birge und nicht weit von Obernau bei Rotenburg, dem Stamm-schlosse derer von Ow gelegen, habe ihm die Anregung zu derSchilderung gegeben, welche er in seinem Ritter-Roman „Erecder Wunderäre" von dem Jagdschloß „Panefrec" gemacht,das angeblich einem König von Irland, Kuivrsi? genannt, gehörte,inmitten eines Weihers und vor einem ausgedehnten, demselbengehörigen Forste lag ^). Wie Hartmann von Aue in seiner ro-mantischen Weise die Umgebung dieses Wasserschlosses schildert,stieß hart an den dasselbe umgebenden See ein niit einer Mauerumfriedeter, mehrere Meilen großer Wildpark, worin sich in voneinander gleichfalls durch Mauern abgesonderten drei Abteilungen

*) Wasserburgen waren u. a. die S ch w e r i n s b ur g, die Seeburgbei Eisleben, früher den Grafen von Mannsfeld gehörig, Schön-forst und Frankenburg bei Aachen.

**) Vergleiche nnsere Schrift: des Minnesängers Hartmann von AueStand, Heimat und Geschlecht. Tübingen 1874.