— 142
bischoff von Aichstett schuldig zwaihundert kreuzkees zu gebenund die geen Aistett ins schloss zu liffern. Das geet aber nurmit solcher form zue. So die 200 kees uf aim wagen ge-laden, fuert man den zwischen die thor im schloss; daselbsthelt denn der fuerman still, bis der kuchinschreiber oder der,so sollichs befelch hat, vorhanden ist. Derselbig kompt mitainer brinnenden kerzen und steigt uf den wagen. Daraussnimpt er ungefärlich ain kees, der ime gefeilt; von demschneit er ain schniten, die brennt er an. Wann nun derkäs nit so faist oder so guet, das die schnitten anbrint unddem Schreiber — bis an die finger brent, so ist der gerechtig-kait nit genug beschehen und mag er den furman haissenmit dem wagen und mit den käsen wider umbkeren undwerschaft bringen. Also ligt auch ain frawenkloster, genanntMaingen —; solchem ist ain apt von Kaishaim iedes jarsschuldig zu zinsen ain ai: das fürt man uf ainem wagenhinüber und lasts den frawen jährlich also iiberantwurten x ).— Dergleichen gewonhaiten haben wir hin und wider nitwenig« 2 ).
- 1 ) Gleiche Gebräuche bei Birlinger: Volksthümliches II. 185.
2 ) Vergl. zum Vorstehenden noch im Allgemeinen Gierke S. 30.