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Die freien Herrn und Grafen von Zimmern : Beiträge zur Rechtsgeschichte nach der Zimmerischen Chronik
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Aus dem Geschlechte sind viele tüchtige, zum Theil hoch-begabte und gebildete Männer hervorgegangen: fromme undeifrige Cleriker, tapfere Kriegsleute, die im Reichs- undFürstendienst, in der Nähe und in der Ferne wacker kämpften,auch geschickte und wohlerfahrene Verwaltungsbeamte, die denKaisern und den benachbarten Herren von Oesterreich, Baden,Württemberg und Bayern als Räthe wohl gedient haben J ).Aber eine wirklich hervorragende Stellung in Krieg oderFrieden hat kein Geschlechtsgenosse jemals eingenommen undzu politischer Bedeutung, selbst nur in einem kleineren Theiledes Reichs, ist die Familie niemals gelangt; dazu fehlte esden einzelnen Mitgliedern wohl an Energie des Wollens unddem ganzen Geschlechte an dem bewussten, ruhigen Strebennach bestimmten, traditionell überkommenen Zielen; aber auchdie vielfachen Bedrängnisse, von denen das Haus betroffenwurde, die Unsicherheit des Besitzstandes, der wirt-schaftliche Mangel, welcher nicht selten eintrat, und dieUneinigkeit der Familiengenossen hinderten das Emporsteigenzu grösseren, einflussreicheren Verhältnissen. So haben dieSchicksale des Hauses nur für die Lokalgeschichte erheblichereBedeutung und die Erinnerung an dasselbe würde in unsererZeit nur noch in sehr beschränkten Kreisen fortleben, wennnicht der Name von Zimmern mit einem Literaturdenkmaleverknüpft wäre, welches in ganz Deutschland und über dessenGränzen hinaus bekannt und von den berufensten Kennernhoch gewürdigt ist.

Um den Nachkommen des edlen Geschlechts das Leben,die Thaten und die wechselvollen Schicksale der Vorfahrenzu sicherem Gedächtniss zu überliefern, ist im 16. Jahrhunderteine Historia oder Histori des Zimmern'schen Hauses ge-schrieben worden, welche sich handschriftlich in der schätze-reichen Bibliothek der Fürsten von Fürstenberg zu Donau-eschingen befindet. Sie ist schon vor der Drucklegung vielbenützt, aber erst seit der Publikation durch Barack weiterenKreisen zugänglich gemacht worden 2 ).

Stalin in der Beschreibung des Oberamts Rottweil, herausgeg. vomk. statistisch-topographischen Bureau, Stuttgart 1875, S. 435 fgg.

') Reichs- und Fürstendienst der Herren von Zimmern: siehe Bd.I. 70.80 fg., 88, 240, 42, 48, 335, 37, 41, 416, 508, 514, II. 2, 98, 569 u. s. w.Zeugnisse genug werden auch in den folgenden Abschnitten angeführt werden*

2 ) Zuerst ist die Chronik veröffentlicht in der Bibliothek des lite-