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Das Handlungshaus Ferdinand Flinsch : Gedenkbuch zu dessen fünfzigjähriger Jubelfeier am 20. April 1869
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Umfang parallel mit der Achse vierzig Messer von Stahl befestigt sind. Am Grundedes Troges senkrecht unter der Achse des Cylinders ist ein gusseisernes Kästcheneingelegt, in welchem circa sechszehn Messer hart nebeneinander liegend befestigtsind; ihre Schneide gegen die Schneide der Messer in der Walze kehrend, schliessendie Richtungen beider einen kleinen spitzen Winkel ein und wirken demnach wieeine Scheere.

Der Boden des Troges umschliesst von einer Seite die Walze bis nahe an denRand des Troges und fällt in der kreisförmigen Umschliessung in einer Schrauben-fläche rasch ab. Durch die schnelle Umdrehung der Walze werden die in demmit Wasser gefüllten Troge schwimmenden Hadern in eine continuirliche Bewegunggebracht, zwischen den Messern des Grundwerkes und der Walze durchgerissenund nach und nach in einen Stoff von breiartiger Consistenz verwandelt; um diesenProzess beschleunigen und auch um den Grad der Feinheit des Zermalmensbestimmen zu können, ruht die Achse des Cylinders in Lagern, die durch eineSchrauben Vorrichtung gehoben und gesenkt werden. Um das Verspritzen des Wassersund Stoffes zu verhüten, ist die Walze mit einem Mantel, den man leicht ablegenkann, überdeckt.

Gleichzeitig wird unter Zuströmen von reinem Wasser der Stoff von allenmechanisch darauf haftenden Unreinigkeiten vollständig befreit. Doch genügt dieseReinigung des Stoffes für die meisten Sorten von Papier durchaus nicht und kannauch auf mechanischem Wege überhaupt keine bessere erreicht werden. Man unter-bricht deshalb die Operation des Mahlens und bringt den Stoff,Halbzeug" genannt,in einen dem obigen ähnlichen aber doppelt so grossen Trog,Bleiehholländer"genannt, mit einer Bleichflüssigkeit, die aus Chlorkalk bereitet wird, zusammen.

Die Walze des Bleichholländers ist nur mit hölzernen Latten beschlagen, undes ist kein Grundwerk angebracht, da durch die Bewegung hier nur eine vollständigeBerührung mit der Bleichflüssigkeit bezweckt werden soll. Wenn dies erreicht ist,so wird der ganze Inhalt des Bleichholländers in grosse Kästen abgelassen, in denender Halbzeug noch einige Stunden mit der Bleichflüssigkeit in Berührung bleibt; istdiese nach und nach durch die kleinen Löcher im Boden der Kästen abgelaufen undhat der Halbzeug sich gesetzt und genügende Consistenz erlangt, so wird er aus denSetzkasten herausgenommen und auf etwas erhöhten Bühnen in regelmässigen vier-eckigen Haufen,Stöcke" genannt, aufgeschlagen, wo er längere Zeit stehen bleibt, undwo die in demselben eingeschlossene Bleichflüssigkeit das Bleichen noch vervollständigt.

Ist dies zur Genüge geschehen, so wird der Halbzeug wieder hinauf gebrachtin die Holländer und nun abermals mit dem Zermahlen so lange fortgefahren, bis