Druckschrift 
Das Handlungshaus Ferdinand Flinsch : Gedenkbuch zu dessen fünfzigjähriger Jubelfeier am 20. April 1869
Seite
63
Einzelbild herunterladen
 

der Stoff jenen Grad von Feinheit und Gleichförmigkeit erlangt hat, der zur weiterenVerarbeitung erforderlich ist.

Während des Zermahlens wird dem Stoffe, aus welchem Schreibpapiere gefertigtwerden sollen, der nöthige Leim zugesetzt. Ebenso wird für Papiere, die in der Massegefärbt sein sollen, der Farbstoff beigefügt, ehe der Mahlprozess ganz vollendet ist.

Mit der Herstellung des Ganzzeuges ist die Reihe der Arbeiten geschlossen,die in dem Mittelbaue vorgenommen, werden, von welchem durch weite Röhren derfertige Ganzzeug in grosse Bütten geführt wird, die als Reservoir für den Betriebder Papiermaschine dienen, welche im westlichen Flügel aufgestellt ist.

Nach dieser kurzen Beschreibung der Operationen, die mit dem Stoffe in demMittelbau vorgenommen werden, soll nun dieser selbst in seinen Einrichtungenbeschrieben, und gezeigt werden, wie dieselben in allen Beziehungen dem Bedürfnissder Fabrikation entsprechen.

Der Mittelbau, durch einen Gang von dem soeben beschriebenen östlichenFlügel getrennt, steht durch eine Thür und den in der Scheidemauer angelegtenAufzug in Communication.

Aus der Lumpenwäsche tragen die Arbeiter in hölzernen Bütten die Lumpennach dem Aufzug, lassen sich von demselben in den oberen Stock heben und stellendie Bütten auf Bänken längs der Wand im Holländersaal ab.

Der Aufzug bietet in seiner mechanischen Konstruktion nichts Neues; seineAnlegung in einem durchgehenden Schlitz gewährt den Vortheil, dass er auf dieseWeise direkt mit den verschiedenen Räumen verbunden ist, von denen aus erbenützt werden soll, und nimmt selbst sehr wenig Raum ein.

Der Holländersaal reicht durch zwei Stockwerke, von denen das untere durcheine Arbeitsbühne von dem oberen geschieden ist; wegen bequemer Benützung desRaumes unter den Holländern, soliderer Befestigung und Beaufsichtigung sämmtlicherTransmissionstheile und Röhrleitungen, sowie wegen leichteren Wegschaffens desWaschwassers aus den Holländern sind diese von sechszehn gusseisernen hohlenSäulen getragen, von denen immer zwei und zwei durch eine gusseiserne Traverseverbunden sind, auf welchen das Gebälke des Arbeitsbodens aufliegt; dieses letztereist so wenig als möglich mit dem Mauerwerk verbunden, damit sich die Erschüt-terungen, welche der rasche Gang der Holländerwalzen verursacht, so wenig alsmöglich dem Gebäude mittheilen. Die Säulen stehen je zwei auf einem starkenQuader, von denen je zwei eine gemeinschaftliche Untermauerung haben.

Das Deckgebälke, das unmittelbar den Boden der Holländer trägt, bildet einin dem Saale freistehendes Viereck, welches mit gusseisernen Rinnen eingefasst ist,

V

63