die Dahingeschiedenen ab, indem namentlich die Vollkommenheit der neuen Maschineihn mit Bewunderung für die Fähigkeiten des menschlichen Geistes erfüllte.
Im nächsten Jahre wurde der Familienkreis von Neuem gelichtet durch denTod der Frau seines Bruders Carl, und den bereits Geschiedenen folgte am30. December 1857 der älteste Bruder, Christian, der so lange in edler Selbst-verläugnung, in bescheidener Unterordnung treu im Interesse aller Brüder gewirkthatte.
Trotz allen diesen Trauerfällen setzte Heinrich ungebeugt seine vielfachegeschäftliche Thätigkeit fort. Neue Pläne, stetes Wirken, hier zum Segen fürHunderte von Arbeitern, dort im Interesse der allgemeinen Wohlfahrt, beschäftigtenihn. So erwarb er noch im Januar 1859 die ehemalige Dreslersche Schriftgiessereiund Schriftschneiderei zu Frankfurt, welcher Besitz ihn auf ein neues grosses Feldder Beobachtung und Wirksamkeit führte, und endlich ging im Anfang des Jahres1863 die Maschinenfabrik von Julius de Bary zu Offenbach mit ihrem interessantenBetriebe auf ihn über.
Wer staunt nicht, diesen vielseitigen gewaltigen Wirkungskreis von einemManne einnehmen und nach jeder Seite hin tadellos verwalten zu sehen! HeinrichFlinsch war aber auch ausgestattet mit einem weitgehenden Unternehmungsgeisteund einer Ausdauer, die unter Tausenden vergebens ihres Gleichen sucht.
Es konnte jedoch nicht fehlen, dass der Körper endlich solchen riesenhaftenAnstrengungen erliegen musste. Dies zeigte sich auch bald in dem Umstände, dasser, um sich etwas Ruhe zu gönnen, schon am 1. April 1863 seinem ältesten Sohne,ferdinand Friedrich , die kurz zuvor erworbene Maschinenfabrik zu Offenbachals Eigenthum übergab, und am 1. Juli 1S64 seinen zweiten Sohn, heinrich carlferdinand, als Theilhaber in alle seine übrigen Geschäfte aufnahm.
Allerdings wurde ihm durch den Eintritt dieser beiden tüchtigen Kräfte, diedem Vater jeden Wunsch an den Augen absahen, sein Geschäftskreis bedeutenderleichtert, und er konnte sich der Ruhe, deren er sich sehr bedürftig fühlte, inder Fürsorge thatkräftiger Söhne, in der Aufopferung treuer Diener, völlig hingeben.Aber Keiner ahnte, dass diese geistige und körperliche Ermüdung der Vorbote trüberTage werden sollte, und er selbst dachte wohl kaum daran, dass er schon so baldim Hafen der ewigen Ruhe das Ziel alles Strebens finden würde.
Zum tiefsten Leidwesen der Seinigen und Aller, die ihn kannten, verschied ernach einer kurzen Krankheit am 20. Januar 1865 in nicht ganz vollendetem63. Lebensjahre. Mit ihm schied ein edler Geist von hinnen und ein Geschäftsmann,der einem Jeden als leuchtendes Vorbild dienen kann.