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Das Handlungshaus Ferdinand Flinsch : Gedenkbuch zu dessen fünfzigjähriger Jubelfeier am 20. April 1869
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nationale Werk, in einer kurzen Zeit zur Ausgabe kam, was ihm auch damalsschon durch die Presse hoch angerechnet wurde.

Die stete Ausdehnung des Papiergeschäftes und eine längere Kränklichkeitnöthigten ihn indessen, die ihm liebgewordene Buchhandlung, die seinen idealenBestrebungen so reiche Befriedigung bot, später wieder zu veräussern.

Noch während seiner umfangreichen Thätigkeit auf dem zuletzt bezeichnetenFelde in Glessen, und zwar im Jahre 18-11 erwarb er für seine eigene Rechnungund Verwaltung die ehemalige Maschinen-Papierfabrik von Josef Bischof zu Freiburgim Breisgau. Durch diesen neuen Besitz war seine oftmalige Anwesenheit aneinem dritten Orte erforderlich, und wenn man hierzu die vielfachen Reisen inanderen wichtigen geschäftlichen Angelegenheiten zählt, so muss man anerkennenddie aussergewöhnliche Spannkraft dieses Mannes bewundern.

Aber der Himmel, der so lange Zeit in heiterem Glänze sich über ihm wölbte,sollte nicht ohne Wolken bleiben. Zuerst erschreckte ihn das drohende Unwohlseindes geliebten Bruders Ferdinand, dessen Körper durch die riesenhaften Anstrengungenzerrüttet war. Verändert, fast gebrochen, sah er ihn nach kurzer Trennung, gleicheinem absterbenden Baume. Und nachdem einmal Krankheiten sieh in die so festzusammenhaltende Familie eingeschlichen, sollte es nicht lange währen, und derTod, dieser unerbittliche Zerstörer des Erdenglückes, äusserte seine Macht. Seinerstes Opfer war die Schwägerin zu Blankenberg, die thätige Frau Christian's,welche im Beginn des Jahres 1849 verschied. Kaum neun Monate später erfolgteein härterer Schlag, der für einen Moment Alles betäubte: das Haupt des HausesFlinsch, der Bruder Ferdinand, ging am 11. November 1849 heim zu seinen Vätern,und dieser Schmerz erschütterte das Gemüth Heinrich's aufs Heftigste. In vermehrterArbeit und Geschäftsthätigkeit suchte er Linderung für sein Weh, und wenn ihmauch ein liebendes Weib und theure Kinder mitfühlend und tröstend zur Seitestanden, so schien es ihm doch oft, als habe er selbst den festen Halt im Lebenverloren, und manchmal bemächtigte sich seiner eine schwermüthige Stimmung.Schon früher hatte er ein liebes Kind verloren. Da nahm ihm am 12. Februar 1851der Tod die geliebte alte Mutter und in der Osterwoche des Jahres 1852 zugleichzwei theure, viel versprechende Kinder, so dass Trauer auf Trauer sich häufte.

Die Erbauung eines neuen Etablissements an der Seite der den Bedürfnissennicht mehr genügenden alten Freiburger Fabrik fällt in das Jahr 1852.

Dieses im folgenden Jahre in Betrieb gesetzte Werk von bedeutendem Umfangund in allen seinen Theilen von rationellster Einrichtung nahm seine Zeit wiedermehr in Anspruch und lenkte so seine Gedanken allmälig vom Schmerze über

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