Mann ja immer thun soll, mit sich selber, in seinem eigenen Hause an und suchteden Seinigen seine Thätigkeit, Häuslichkeit, seine Einsichten und treue Liebemitzutheilen.
Er war ein Mann des Fortschritts, im besten Sinne und zwar liebte er esnicht, dieses in vielen Worten kund zu thun, noch mit solcher Gesinnung zuprunken; er gab vielmehr nur durch die That seine Gefühle in dieser Richtung zuerkennen. Ueber dem Hass der Partheien stand er erhaben da; er achtete jedenRedlichdenkenden und verwechselte nie den Menschen mit der Sache, die er vertrat.
In der Religion endlich hatte er einen tiefsittlichen Standpunkt eingenommen,wie ja zur Genüge aus allem Vorstehenden hervorgeht. Frömmelei und Formen-wesen waren ihm verhasst. Bei seinem, allem Guten und Grossen zugewendetenHerzen konnte er keinen todten Glauben haben; er verlangte Werke der Liebe,thätliche Beweise, wie er sie selbst in bescheidener Stille übte. Er verehrte imGrunde seiner Seele das Walten einer fürsorgenden Gottesmacht, denn er fühlte insich selbst die Erfüllung der Gnade derselben, die ihm Alles gegeben, was dasLehen schön und wünschenswerth macht.
So steht Ferdinand Flinsch nach allen Seiten hin gross und würdig da. Nichterst durch diese Worte braucht er in den Tempel des Ruhmes eingeführt zu werden;er hat sich durch seinen ganzen Menschen das leuchtende Bild der Erinnerungselbst aufgerichtet, und wenn wir jetzt und immer zu ihm emporblicken, so seies in der Anerkennung seines Wirkens, in Verehrung und Liebe.
Ausser seiner Wittwe, henriette, geb. Winkler, die ihm durch ihre Liebe dasLeben erheiterte, hinterliess der Verstorbene eine Tochter und drei Söhne: Emma,Gustav, Heinrich und Alexander , von denen die beiden letztgenannten beim Todedes Vaters noch minderjährig waren. Nach der Eröffnung des Testamentes zeigtees sich von Neuem, wie die Fürsorge des Geschiedenen für die Seinigen auch überdas Grab hinaus ging, denn seine Dispositionen waren bis in's Kleinste hinein nebendem Geiste klarer Berechnung von dem Hauche unendlicher Liebe durchweht.Niemand und Nichts war vergessen; seine Diener ernteten in reichem Masse denLohn ihrer Treue.
Die Regelung des geschäftlichen Theils seiner Hinterlassenschaft wurde nacheinem von den Familienangehörigen unterzeichneten Circular vom 1. Januar 1850bekannt gemacht. Hierdurch gingen das Leipziger Handlungshaus, sowie die beidenMaschinen - Papierfabriken zu Blankenberg und Penig über in den Besitz vonCarl August Flinsch, Gustav Flinsch, Henriette Flinsch und Emma Flinsch —Bruder, ältester Sohn, Wittwe und Tochter des Verewigten —, für beide Frauen