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Das Handlungshaus Ferdinand Flinsch : Gedenkbuch zu dessen fünfzigjähriger Jubelfeier am 20. April 1869
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das Alles die Hinterbliebenen mit reichem Trost erfüllte, so zeigte es ihnen auchwieder in ganzer Grösse, was sie in dem Verklärten verloren hatten.

Werfen wir nach dieser Darstellung der äusseren und inneren Verhältnisse desEntschlafenen noch einen Blick auf sein reiches vielbeweertes Leben! Er war, was

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er geworden, durch sich selbst, durch eigene Kraft geworden, und nur seiner Streb-samkeit verdankte er die Bildung, die ihn später so sehr auszeichnete.

Hieraus erklärt sich auch, dass sein Blick sich fest auf das Praktische richteteund nicht auf dem Felde leerer Theorien herumschweifte. Obschon ihm mehr dasGemeinnützige, das allgemeine Wohl Fördernde, zusagte, so hatte er sich doch auchtief mit der Kunst und Wissenschaft bekannt gemacht und hatte für sie beide eingastliches Dach. So waren ihm auch die grossen Geister seiner Nation und dieanderer Völker nahe getreten und er besass ein feines, oft überraschendes Urtheilüber ihre Werke. Besonders fühlte er sich durch die Tonkunst angezogen, und wiesie ihn oft erheitert und sein Herz über das Zeitliche erhoben hatte, so bewahrteer seine Vorliebe für sie dankbar bis in die letzten Stunden seines Lebens. Wie vielSinn er für die Schönheiten der Natur hatte, bekundete er durch die Erbauungreizender Sommerwohnungen neben seinen Fabriken in Blankenberg und Penig, dieer mit lachendem Blumenflor und herrlichen Anlagen umgab.

Durch Sparsamkeit zu einem ansehnlichen Keichthum gelangt, kannte er denGeiz nicht und war stets dankbar für geleistete Dienste, freigebig und hülfreichgegen Freunde, und gegen Jedermann wohlwollend. Seine Hülfe war immer einewirkliche Hülfe; viele seiner Wohlthaten wurden erst nach seinem Tode bekannt,andere werden wohl immer verborgen bleiben. Ein seltenes Beispiel von Uneigen-nützigkeit und Mildthätigkeit wurde bei einer ihm zugefallenen Erbschaft bekannt:Frau Engelhardt, eine alleinstehende Wittwe, vermachte, weil sie befürchtete,dass ihr bedeutendes Vermögen in unwürdige Hände fallen könnte, dasselbe demRathsbuchhalter Winkler, der es indess seinem Schwiegersohne Flinsch überwies.Dieser trat die Erbschaft auch wirklich an, betrachtete sich aber nur als denVollstrecker eines höheren Willens und vertheilte das grosse Vermögen an verschiedenemilde Stiftungen und an entfernte würdige Verwandte der Erblasserin.

Neben seinem geschäftlichen Wirken, das gewiss schon die ganze Kraft einesMannes beanspruchte, widmete sich Ferdinand auch der Erziehung, denn er warvon der Ueberzeugung durchdrungen, dass gerade in der Jugend die Zukunft desVaterlandes liege. Ueberall mahnte er zum Fleiss, zur Ordnung, förderte Bildungs-zwecke mit bedeutenden Summen und stattete mehrere Erziehungsanstalten letzt-willig auf eine fürstliche Weise aus. Bei der Erziehung fing er, wie es der wackere

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