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Das Handlungshaus Ferdinand Flinsch : Gedenkbuch zu dessen fünfzigjähriger Jubelfeier am 20. April 1869
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warfen den Erschöpften zu Frankfurt darnieder; er musste wieder neue Kräftesammeln, um in Begleitung seines ältesten Sohnes Gustav die ersehnte Heimatherreichen zu können.

Yon da ab wurden die Wochen für ihn und die Seinigen bang und schwer,denn es stellten sich heftigere körperliche Leiden ein und mehr und mehr verliessenden Gequälten die Kräfte und der Muth.

So kamen die grauen, dämmerhaften Tage des Novembers heran. Am 10. diesesMonats war eine wunderbare Veränderung mit dem Kranken vorgegangen; alleSchmerzen, welche die letzten Monate hindurch sein und der Seinigen Leben umdüsterthatten, waren verschwunden, und auflebend genoss er der Gegenwart seines herbei-geeilten älteren Bruders Christian. Am Abend wurde die Krankenstube zum Gesell-schaftszimmer, in dem er alle die Seinigen um sich versammelte, die sich durch dieTheilnalune des Geliebten an ihrer Freude, durch seine augenscheinliche Befreiungvon den Schmerzen, zu neuen Hoffhungen berechtigt glaubten. Er selbst schienan keine Auflösung mehr zu denken, oder wollte er die Angehörigen nur mit seinerheiteren Buhe täuschen"? Wer weiss es? Er war immer ein starker Geist gewesenund mochte leicht diese Herrschaft über sich selbst besitzen! Erst spät am Abendverabschiedete er sich von seinen Lieben, die nicht ahnten, was ihnen bevorstand.Denn nach einem sanften Schlummer gab er am Morgen des 11. November 1849seine Seele Dem zurück, der ihn so reich gesegnet und mit so schönen Kräftenausgerüstet hatte.

Dieser Todesfall erweckte in allen Schichten der Bevölkerung Leipzigs undseiner Umgebung die grösste Theilnahme, und rief namentlich bei den Angehörigendes Hauses, die, bis zum letzten Diener herab, in dem Verblichenen einen Freund,einen Vater zu sehen gewohnt waren, ein tiefes Weh hervor. In Blankenberg wiein Penig wurden von den Fabrikarbeitern ergreifende Trauerfeste angeordnet, wobeies sich in rührender Weise offenbarte, welch schönes Verhältniss zwischen demEntschlafenen und den um ihn Trauernden bestanden hatte. Bei dem Leichenzugegab sich die Anhänglichkeit, die Dankbarkeit Aller auf das Rührendste kund: mitPalmzweigen und Blumen bedeckt verschwand der Sarg, der seine irdische Hülleumschloss. Die angesehensten Männer der Stadt gaben ihm das Ehrengeleit, und dawar Keiner, der nicht erkannt hätte, wie der Heimgegangene durch sein segensreichesWirken sich gerechten Anspruch auf die Dankbarkeit und Liebe Aller, die ihnkannten, erworben hatte. Die bedeutendsten Organe der Presse brachten die Trauer-botschaft von dem Scheiden Ferclinand's; Corporationen, Vereine, wie einzelne Familienweiheten den Mahnen des Geschiedenen ihren Nachruf, ihre Thränen, und wenn

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