von sich abwehrend, so dass hier die Blumen der Anerkennung sich wohl zu einemblühenden Kranze schlingen dürfen, der seinem Angedenken geweiht wird.
Es konnte nicht fehlen, dass Ferdinand bei einer so bedeutenden geschäftlichenThätigkeit, einem so biederen Bürgersinn, von seinen Nebenmenschen allgemeingeehrt und geachtet wurde. Als Zeichen des unbedingten Vertrauens gilt es, dasser wiederholt zum Vorsteher der Handelslehranstalt, zum Kramermeister und zumVorstandsmitgliede der Armenanstalt gewählt wurde. In allen diesen verschiedenenStellungen erwarb er sich hohe Verdienste, weil er sich mit hingehender Seele denInteressen des Ganzen und denen des Einzelnen zuwandte. Ein besonderes Verdiensterwarb er sich um die Stadt Leipzig durch die Gründung einer „Arbeit-Nach-weisungsanstalt 8 und um die Menschheit im allgemeinen durch die „Pestalozzi-Stiftung für verwahrloste Knaben", deren erstere seitdem den Arbeitsuchendenlohnende Beschäftigung giebt, während in der letzteren viele hundert junge Seelendem geistigen und leiblichen Verderben entrissen und als nützliche Glieder in diegrosse Kette der Menschheit eingefügt werden. Dieses allein würde hinreichen, ihmin der Stadt, wo der eigentliche Schauplatz seines Wirkens war, ein dankbaresAndenken zu sichern. Hieran schliesst sich die Begründung des häuslichen Glückesso vieler Familien, die durch dauernde Beschäftigung in seinen Fabriken die Sorgendes Daseins vergassen, denn er zahlte für die Mühen des Arbeiters einen reichenLohn. Sein Heimathsort Blankenberg hob sich durch ihn zu Wohlstand und Sitte.Es war dort die Errichtung einer Kirche und die Fürsorge für die Erweiterungeines guten Schulunterrichts sein eigenstes Werk. Den grössten Segen stiftete erindessen im Verborgenen. Noch ehe ihm die irdischen Güter in Menge zuflössen,gab er mit Freuden von dem Wenigen, was er hatte; später aber, als er reicheSchätze in seinen Truhen wusste, suchte er die Armen und Nothleidenden auf, undder Lenker der Welten, der die Thränen Aller sieht, weiss es, wie viele durchFerdinand getrocknet wurden.
So stand er festgewurzelt im Leben, gleich dem Eichbaum, dem Sinnbilde desdeutschen Mannes, den Theil der Erde, die ihn trägt, schmückend, dann den durchdie Tageshitze Bedrängten Schatten gebend und in sich selbst den Vorzug der Aus-dauer tragend. Aber der Eiche wie dem Manne droht die Macht der Zerstörung,und hat diese einmal zu wirken angefangen, dann giebt es keinen Halt, bis ihreOpfer gefallen — und nur das Unvergängliche bleibt herrlich zurück!
Die gewaltigen geistigen und körperlichen Anstrengungen, welche FerdinandFlinsch beinahe drei Dezennien lang in seinem Geschäftsleben ertrug, hatten seinephysischen Kräfte nach und nach untergraben. Lange zwar hatte er sieh gegen
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