Auch in seiner neuen Stellung zeichnete sich Ferdinand bald durch Einsicht,richtige Auffassung und Tüchtigkeit aus. Eifriger aber als je setzte er seineeigenen Arbeiten fort und traf im Stillen alle Vorbereitungen zu seiner bevor-stehenden Geschäftseröffnung. Er miethete sich einen passenden Raum zu einemLagerhause und verschrieb sich aus den verschiedensten Richtungen die Papiere,mit denen er seine Handlung zu eröffnen gedachte.
So war ein volles Jahr vergangen, seitdem er in das letztgenannte Geschäfteingetreten war. Er fühlte sich stark genug, den commerziellen Anforderungenfür die Folge zu genügen, und schied aus seiner seitherigen Stellung, in welcher ersich die Freundschaft seiner Principale und Collegen erworben hatte. Er besuchtezunächst seine Heimath, um auch seinen Eltern sein Vorhaben mitzutheilen undihren Segen dazu zu empfangen. Dann machte er einen Ausflug nach Frankenund Bayern, um die dortige Papierfabrikation kennen zu lernen, Handelsverbindungenanzuknüpfen und Einkäufe zu machen. Diese erste Reise befriedigte ihn in vollemMasse und steigerte sein Vertrauen zu dem neuen Lebensplane.
Dann traf er mit seinem jüngsten Bruder Heinrich, welcher sich in derZwischenzeit sehr fleissig mit Papierfabrikation beschäftigt hatte, die nöthige Ver-abredung, ihn in seinem Unternehmen zu unterstützen. Dieser hatte nur auf einensolchen Ruf gewartet; voller Freude eilte er nach Leipzig, und am 20. April 1810wurde die Geschäftswelt von der Gründung des Hauses Ferdinand Flinsclr durchnachstehendes Rundschreiben in Kenntniss gesetzt:
JB l *;
Leipzig , den 20. April 18iy. ■ ■
Erlauben Sie mir, Ihnen hiermit die Erölfnuug meiner Handlung unter der Firma:
FERDINAND FLINSCH anzuzeigen.
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Ich widme jedem soliden Geschäft meine Aufmerksamkeit, hauptsächlich aberwerde ich ein wohl assortirtes Lager von Druck- und Schreibepapieren halten.
Gründliche Kenntnisse in diesem Fache, so wie genaue Verbindungen mit denbesten Fabriken des Inn- und Auslandes, setzen mich in den Stand, vorzüglich gut undbillig bedienen zu können.
Indem ich Sie ersuche, meine Unterschrift zu bemerken, habe ich die Ehre michIhnen achtungsvoll zu empfehlen.
FERDINAND TRAUGOTT FLINSCH.
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