war auch zugleich der Plan in ihm fertig, selbst ein grossartiges Geschäft dieserBranche zu gründen, und mit allem Eifer ging er fortan zur Ausführung diesesEntschlusses über.
Werfen wir, um die Richtigkeit dieser Erkenntniss zu würdigen, einen flüchtigenBlick auf' das Papier- und Bücherwesen im Allgemeinen und besonders auf das jenerZeit: niemals hatte dasselbe verhältnissmässig mehr geblüht, als in den erstenJahrhunderten nach Erfindung der Buchdruckerkunst, besonders aber im 17. Jahr-hundert. Eine ungeheure Büchermasse wurde in Umlauf gesetzt, worunter sichgrossartige, bändereiche Werke befanden. Die Ausstattung derselben, die Sorgfaltdes Druckes, die typographischen Ornamente, das Kunstvolle des Einbandes sind oftder Art, dass sie unser gerechtes Staunen in Anspruch nehmen. Zwar musstendie Deutschen den Ruhm dieser Industrie damals mit den Italienern, Schweizern,Franzosen und Holländern theilen, die sich im Wettkampfe zu überbieten suchten,nicht so aber war es mit dem Gewinn: Deutschland war und blieb der Mittelpunktdes gesammten Buchhandels, der sich besonders von Frankfurt a. M. aus zu einemWelthandel erweiterte. Diese Blüthezeit verschwand aber in Deutschland baldwieder, trotz der Bemühungen vieler ausgezeichneter Männer und Corporationen.Krieg und sonstige politische Verwickelungen, Fehlgriffe im Buchhandel selbst,Schutzlosigkeit des geistigen Eigenthums und viele andere Missstände waren dieUrsache des Verfalls. Erst in der zweiten Hälfte und gegen Ende des vorigenJahrhunderts, als die deutsche Nationalliteratur wieder einen grossartigeren Auf-schwung nahm, als unsere Dichterfürsten das Volk wieder zu heben und zubegeistern versuchten, als Lessing, Kant, Herder, Goethe, Schiller u. A. deutscheKunst und Wissenschaft wieder zu Ehren brachten, kam auch allmählig wiederein erhöhtes Leben in die literarische Production und den Buchhandel. Doch esstand das gesummte AVesen desselben im Verhältniss gegen jetzt noch sehr tief,auch wirkte die ungünstige Zeit bald wieder nachtheilig darauf zurück; Schrift-giesserei, Buchdruck und vor Allem die Papierbereitung liessen sehr viel zu wünschenübrig, und so kommt es, dass wir bis in die Zeit der Restauration keinen merklichenFortschritt gewahren. Die trefflichsten AVerke erschienen oft in dürftigster Form,Königsgedanken im Bettlergewand.
Erst nachdem Deutschland das Joch des französischen Eroberers abgeschüttelthatte, dachten einzelne Buchhändler daran, auch dem-Anstands- und Schönheitssinnzu genügen und die obwaltenden Missstände, so viel in ihren Kräften stand,zu beseitigen. Hierzu bedurften sie aber vor allen Dingen der Verbesserung desPapiers.
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