Sieben Jahre blieb Ferdinand in dem Weisker'schen Hause. Dann kam esaber plötzlich über ihn wie eine Mahnung, dass er seinen Wirkungskreis erweitere.Durch Zufall wurde es ihm bekannt, dass die Colonialwaaren-Grosshandlung vonLattermann & Sohn in Leipzig einen Niederlags-Commis suchte. Er bewarb sichum diese Stelle und erhielt sie ohne Bedenken, denn er konnte sein desfallsigesGesuch mit den besten Zeugnissen und Empfehlungen unterstützen.
Auf der Reise nach Leipzig berührte er seine Heimath und war beglückt,seine Eltern wiederzusehen. Hier warf ihn aber ein lebensgefährliches Fieber aufsKrankenlager, und nur seiner Jugendkraft hatte er es zu verdanken, dass er seineGesundheit wieder erlangte. Hierauf trat er die ihm offengehaltene Stelle in Leipzigan, in deren Obliegenheiten er sich in kurzer Zeit vollständig hineinarbeitete.
Wohl lag in dem neuen Geschäfte eine grosse Arbeitslast auf seinen Schultern,doch bot sich ihm hier neben einem guten Gehalte die beste Gelegenheit, mit dengrösseren Verkehrsverhältnissen bekannt zu werden und den Blick unbeschränktauf den Welthandel zu richten.
Seine Geschäfte auf eigene Rechnung, welche er nun noch lebhafter betrieb,gaben ihm reichere Mittel an die Hand. Wohl war er sieh dessen klar bewusst,was ihm zur Vollendung seiner Ausbildung noch fehlte, und darum suchte undbenützte er die Mittel, dieses Fehlende nachzuholen, mit allem Feuer jugendlicherBegeisterung. Zunächst schaffte er sich eine gewählte Büchersammlung an undmanches goldene Korn des Wissens, manche Perle des Sphönen sank auf denGrund seiner Seele hinab, um in späteren Tagen reiche Früchte zu tragen. Eseröffnete sich ihm ein Verkehr mit gebildeten Männern, bei denen er sich im'Stillen seine Schätze eroberte. Der Aufenthalt in Leipzig regte ihn überhaupt ineiner Weise an, die, wie wir sehen werden, für sein eignes Leben, für das derSeinigen und für ein ganzes Geschlecht von den nachhaltigsten und wohlthätigstenFolgen sein sollte.
Inzwischen hatte der ältere Bruder Christian von dem Vater die Papierfabrikin Blankenberg übernommen, und min bemühete sich Ferdinand um so eifriger,die Erzeugnisse aus der Fabrik des Bruders abzusetzen und diesem eine fortdauerndeEinnahmequelle zu sichern, was ihm auch bald zu seiner vollständigen Zufriedenheitgelang.
Eine bedeutendere Bestellung an Papier von Seiten eines Geschäftsfreundesbrachte plötzlich den schon lange in Ferdinand keimenden Gedanken, dass diePapierfabrikation wie der Papierhandel, um den Anforderungen der Zeit zu genügen,eine ganz neue Gestaltung erhalten müssten, zur Reife. Mit diesem Gedanken