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Das Handlungshaus Ferdinand Flinsch : Gedenkbuch zu dessen fünfzigjähriger Jubelfeier am 20. April 1869
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nicht ausbeuten. Er wurde landflüchtig, ging nach England, woselbst er diePapiermaschine wirklich erbaute und somit den Grund zu allen folgenden Maschinenlegte.

In diesen Zeitraum fällt der Lebensmorgen dessen, der in Deutschland einerder gewaltigsten Hebel zur Verbesserung des Papiers wurde, der in den nachfolgendenZeilen uns als ein wahrhaft deutscher Mann erscheinen wird und sich dadurch einAndenken gesichert hat, wie es nicht vielen Sterblichen begegnet.

FERDINAND TRAUGOTT FLINSCH wurde am 19. August 1792 zu Blanken-berg an der Saale geboren. Das Dörfchen gehörte mit seinen kaum 300 Einwohnerndamals zum Königreich Sachsen, kam jedoch im Jahre 1815 an Preussen undwurde dem Regierungsbezirk Erfurt zugetheilt. Die Eltern Ferdinands galten mitRecht allgemein als schlichte, biedere Menschen, sie waren sehr aufgeweckt, thätig,aufgehend in der Liebe zu ihren Kindern und im Besitze der Achtung Aller, diesie kannten. Sie besassen, an dem am Dorfe vorüberfliessenden Wasser gelegen,eine kleine Papierfabrik, eine jener sogenannten Papiermühlen, die ihnen von denVorfahren überkommen war, deren Ertrag ihnen und den Ihrigen bei dem Fleissedes Vaters die Existenz sicherte. Der Himmel hatte sie mit fünf Kindern gesegnet,und zwar mit einer Tochter, CHRISTIANE, und vier Söhnen, CHRISTIAN, FERDINAND,CARL und HEINRICH, die in ihrem Alter in vorstehender Weise aufeinander folgten,so dass unser Gefeierter die dritte Stelle der Kinder einnahm. Die Tage derKindheit dieses Knaben-Vierblatts, die sich später so harmonisch ergänzten, dasssie gewissermassen wie ein einziger Körper wirkten, waren in ihrer Erscheinung wiedie Tage fast aller Kinder, und ist daher nichts Aussergewöhnliches von ihnen zuverzeichnen. Sie liebten sich einander in wärmster Anhänglichkeit, wurden vonden Eltern in ihren Sitten strenge überwacht und besuchten regelmässig die sehrmangelhafte Dorfschule, deren damaliger Lehrplan uns jetzt wohl eher ein Bedauernals ein Lächeln erwecken könnte, denn mit ein wenig Lesen, Schreiben und Rechnenwar die Weisheit des armen Präceptors erschöpft. Freilich unterrichtete er auchin der lateinischen Sprache, doch schien er selbst kaum über die Anfänge derselbenhinausgekommen zu sein, denn manche Frage der Schüler trieb ihn oft in dieEnge; indessen wusste er sich beim Vorkommen unverständlicher, von ihm nicht zuverdeutschender Stellen immer mit dem Zurufe:Ueberhüpft den Teufel" aus derVerlegenheit zu retten.

Ferdinand legte in der Schule eine grosse Wissbegierde an den Tag, derlückenhafte Unterricht wollte ihm daher in keiner Weise Befriedigung bringen, under mag im Drange seiner Seele wohl oft dem Spiele der anderen Knaben entsagt