und zerkleinerten. Diese Verbesserer wandten nun auch statt der bisher benutztenthierischen Kräfte die Wasserkraft an und bauten die sogenannte „Papiermühle 8 .Und wieder ein Deutscher, Spielmann mit Namen, gründete 1588 in England, inder Grafschaft Kent, die erste Papiermühle, wofür er von der grossen KöniginElisabeth zum Ritter geschlagen wurde.
Die unheilvollen Wogen des 30jährigen Krieges warfen den deutschen Gewerbefleissgänzlich darnieder. Die Holländer strebten vorwärts und sie waren es, die namentlichdie Papierfabrikation zu grösserer Vollkommenheit brachten. Als die Niederländersich aus ihrem Joche losgerungen, als die Freiheit eines edlen Volkes ein erhöhteswissenschaftliches Treiben anfachte, bedingte dieser Aufschwung natürlich einebedeutende Vermehrung des Papiers, und dieses Bedürfniss drängte wieder aufseine Verbesserung. Die Niederländer setzten daher den Fuss weiter auf demBoden, den sie bereits gewonnen. Da sie die Stampfen mit den holländischenWindmühlen nicht wohl vereinigen konnten, verbesserten sie die alten deutschenHandmühlen in der Weise, dass sie zugleich wuschen und zermalmten, und dieseMühlen liessen sie durch den Wind in Bewegung setzen. So entstanden am Ausgangedes 17. Jahrhunderts die Malm er, oder wie man sie sonst nennt, die „Holländer 8 .
Der lebendige Verkehr der europäischen Völker im Handel und Wandel hattezur Folge, dass grosse, in das Leben eingreifende Erfindungen nicht lange dasEinzelgut eines Stammes blieben, und so übertrug sich die Einführung der Malmer(Holländer) bald allgemein und wurden bald hier, bald dort bedeutend verbessert.
Mit dem letzten Theile des 18. Jahrhunderts eroberte sich der Gedanke weiterund weiter seine Grenzen; die Bildung wurde, von hervorragenden Männern mitdem Herzblute genährt, aus den höheren Kreisen der Gesellschaft in das Volkverpflanzt und fand in ihm schnell eine glückliche Heimath. Die Poesie bemächtigtesich mit weichem Anstürmen der Herzen, die Musik umfluthete mit süssemWohlbehagen die Sinne, und die Kunst der Malerei und Skulptur trat in verjüngterSchönheit schüchtern in die Welt. Dieser Aufschwung des Schönen in allenGeistesphasen bedingte naturgemäss eine reichere Erzeugung des Papiers, um alledie frischen Blüthen des neuen Lebensfrühlings zu verbreiten. Und auch diesesBedürfniss fand seine Befriedigung, wenn sie auch langsamen Schrittes ins Daseintrat: ein Franzose, Namens Robert, entwarf in der Papiermühle der GebrüderDidot zu Esonne, wo er als Arbeiter beschäftigt war, die erste Papiermaschinein einer klaren Zeichnung, wofür er von der Regierung eine reiche Belohnungerhielt. Er verkaufte später seine Erfindung an seinen Brodherrn. Dieser konnteaber, weil er in politische Zeitfragen verwickelt war, in Frankreich die Erfindung