können und nicht hinlänglich bezahlen wollen, so hat mangesucht, Abschriften von den kleinen Aufsätzen, so sie fürScholaren an Quartetten, Trio's etc. für verschiedene Häusergemacht, zu erhalten, diese zusammengesetzt, so gestochenund in der Stille verkauft. Kaum hatten nun andere neueWerke von diesen Autoren, besonders mit Bach's Namengesehen, so wurden sie wieder nachgestochen und so alsächte Werke dieser so beliebten und grossen Männer ver-breitet, und dadurch ward zugleich die Ehre und der guteName dieser Verfasser gekränkt."
Mag hienach manche seiner Arbeiten nicht zur Ver-öffentlichung bestimmt gewesen sein, in jedem Falle warJ. C. Bach, der sein Talent, die Genialität, die den Stem-pel ihres Ursprungs nicht verläugnen konnte, mit Leicht-sinn vergeudete, das grelle Gegenbild seines ernsten, from-men, vom Dienste seines Gottes und von der Verehrungseiner heiligen Kunst so tief durchdrungenen Vaters. Erwar aber auch zugleich ein merkwürdiges Scitenstück zuseinem ältesten Bruder Friedemann, der bei gleichenGaben mit tieferem Wissen und mit weit überlegenenKräften, wie er an den Klippen strandete, an denen dasLeben grade die bevorzugten Geister so gern vor überfuhrt,um ihre Aechtheit im Kampfe zu prüfen und — wenn siesich nicht bewährt, sie an ihnen zerschellen zu lassen.
Würde es sich lohnen mit mühsamer Sorgfalt heraus-zusuchen und der jetzt lebenden Generation darzulegen,was etwa an Körnern edlen Goldes in seinen Arbeiten ver-streut gefunden werden könnte? Joh. Christian Bachhat seine Zeit und in ihr seine Kunst nicht gefördert.Nur dass er der Sohn des grosseil Sebastian war, rettetden Namen des einst Vielbewunderten vor Vergessenheit.