Druckschrift 
2 (1868)
Seite
102
Einzelbild herunterladen
 

102

können, der ein, wie es seheint behagliches aber aucheben so geordnetes und massiges Leben geführt bat, nachallem was man von ihm weiss, mit darauf angewiesenwar, von dem Ertrage seiner Arbeit und dem Einkommenvom Unterricht seine Familie zu ernähren und zwei Söhneneine sorgfältige Erziehung zu Theil werden zu lassen.Wohl mag es da für ihn geboten gewesen sein, das Seinige,zumal bei dem sehr massigen festen Einkommen das erbezog, zu Rat he zu halten.

Was bei Reinhardt den sehr bemerkbaren Umschlagin seinen Ansichten über Em. Bach herbeigeführt habenmag, ist schwer zu sagen. Das Einzige, dessen seiner Zeitmit bedauerndem Missfallen Erwähnung geschehen musste,war das öffentliche Ausgebot der Kupferplatten über dieKunst der Fuge zum Verkauf um jeden Preis.

Dass Bach bei aller Ordnung und guter äusserer Lageseine Mittel sehr zusammenhalten musste, ergiebt sein Briefan Forke 1 vom 20. Juni 1777 (Anhang II.). DieserOrdnung und vernünftigen Sparsamkeit, die freilich genialenNaturen nicht immer eigen ist, mag es wohl auch zuzu-schreiben gewesen sein, wenn Kirnberger am 27. Aug. 1774ihm ohne Anfrage und Erlaubmiss eine Odensammlungdediciren wollte,weil es Ihn kein Geld kostet".(Siehe weiter unten.)

Reichardt erzählt ebondort auch 1 ):Mit den meistengrossen Künstlern hatte er es gemein, dass er ungerechtgegen seine Nebenkünstler war. Dies ging so weit, dasser Männer wie Gluck, Haydn, Schulz u. a. für Künstlervon geringer Bedeutung hielt."

Auch über diesen erst nach Bach's Tode gegen ihnerhobenen Vorwurf lässt sich nicht rechten. So lange Bachin Berlin war, findet man, obschon der Streit zwischen dendortigen Theoretikern, insbesondere Marpurg und Kirn-berger, eine Zeit lang auf höchster Spitze stand, nirgends

!) Mus. Alman. v. 179(i.