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2 (1868)
Seite
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Doch verging ein Zeitraum von 7 Jahren, bis erwiedermit einer grösseren Sammlung vor die Oeffentlichkeit trat.Es erschienen nämlich im Jahre 1780: Herrn ChristophChristian Sturms', Hauptpastors an der Hauptkirche St. Petriund Scholarchen zu Hamburg, Geistliche Gesänge mit Melodienzum Singen beym Ciavier. 11

Diese Lieder, zu deren musikalischer Behandlung wohldie persönliche Verbindung mit dem seit dem Jahre 1778im Hamburger Predigeramte befindlichen Dichter derselbenVeranlassung gegeben haben mag, erschienen in 2 Samm-lungen zu je 30 Liedern. Das reichhaltige Verzeichnissder Subscribenten für die erste Sammlung zeigt 647 Famen.Berlin war darin nur mit deren 5 vertreten. Für diezweite Sammlung, welche 1781 erschien, waren nur 446Exemplare gezeichnet. Dieser Rückgang war indess injedem Falle nur durch zufällige Ursachen herbeigeführtworden, da bereits in demselben Jahre eine zweite Auflageerschien, der 1792 die dritte Ausgabe hinzutrat.

Noch hatte das moderne Lied, diese der deutschenGemiithsart so sehr zusagende Kunstform, in weiterenKreisen nicht Eingang gefunden. Der Standpunkt desPublikums war noch immer derselbe, der bei Gelegenheitder Besprechung der Berlinischen Oden dargelegt wordenist. Aber auch die Tonsetzer waren in der langen Reihe vonJahren, die seitdem abgelaufen war, nicht fortgeschritten.So blickte noch immer aus der Väter frommer Zeit her dieTradition an die Beschäftigung mit dem Kirchenliede in dasFamilienleben hinein und mehr als je stützten sich dieGewohnheiten und Lebensanschauungen in den bürgerlichenKreisen, im Gegensatz zu der sittlichen Zersetzung, durchwelche die vornehme Welt bedroht war, auf die ewigenGrundsätze der christlichen Kirche. War es da zu ver-wundern, wenn Lieder wie diese ein Bedürfniss und eineWohlthat zugleich waren, wenn sie die halb vergesseneAusübung des religiösen Gesanges, der sich in den Kirchennicht mehr heimisch fühlte, in die Familien zurtickver-