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Dem geneigten Leser wird im Anhange II. nocheine Reihe von Briefen Bach's an Forke I mitgetheilt,welche sich auf die Herausgabe und den Vertrieb derGramer'sehen Psalmen beziehen. Man wird aus ihnenersehen, wie sauer sich der alte Mann sein Geschäft werden
seines Ausdrucks, das Neue und Kühne in seinen Gedanken, und deroft ungewöhnliche und überraschende Gang der Harmonie, wodurchsich die musikalischen Compositionen dieses grossen Meisters vorallen andern auszeichnen, herrschen auch in diesen Psalm-Melodien,und besonders wird man den Geist eines jeden Psalms und den darinuherrschenden Affect auf's glücklichste in dem dazu gesetzten Gesängeausgedrückt finden. Man sehe zum Beispiel den 8. Psalm: Wer istso würdig als du! etc. in welchem die Singstimme eine besondereBegleitung des Olaviers hat. Welche Pracht herrscht hier in derHarmonie des Chors, und welcher muntere Ernst in dem Gesänge desPropheten: 0! welch ein Lob bereitest du! Eben solche Pracht findetman in der Melodie des 19. Psalms: Die Himmel rufen, jeder ehret etc.Der 33. Psalm: Jauchzt ihr Gerechten dem Herrn etc., ist aus As-durund ein Meisterstück der Kunst. Die gebundene Arbeit in selbigemist dem Gesänge nicht nachtheilig. Der 65ste und 67ste haben sehrsanfte Melodien. Besonders macht in dem letzten die Veränderungdes Tactes, da mit dem Chor der 6/s Tact eintritt, eine vortrefflicheWirkung. Eine unserer Lieblings-Melodien ist der traurig-langsameGesang des 88. Psalms aus F-moll. Der 93ste hat ebenfalls, wie der8te eine besondere Begleitungsstimme des Claviers. Der Gesang istüberaus glänzend. Der 96ste: Erhebet Gott durch neue Lieder, vollungehörter Harmonie! hat im ersten Theil wirklich eine ungewöhn-liche Harmonie, die hier am rechten Ort angebracht ist. Im llOtenspielt das Ciavier durchaus den Bass mit der rechten Hand in derOctave mit. Der majestätische Gang der Harmonie schickt sich vor-trefflich zum Inhalt des Psalms. Der 142ste: Gott! es seufzet meineStimme etc. hat einen vortrefflich fließenden Gesang. Wir habenihn in unserm Exemplar mit 3 Kreuzen bemerkt und er dient unsimmer zur Introduction, so oft wir diese Psalmen spielen. Der Hösteund 148ste, letzterer Allabreve, sind ebenfalls von uns angezeichnet.Indessen hat eine jede dieser Melodien ihre eigene Schönheiten undwo wollten wir Kaum hernehmen, sie alle zu bemerken. Die Choral-Melodien sind vortrefflich, und die darinn herrschende Harmonie aus-drückend. Die vom 36. Psalm: Lass mich nicht deinen Zorn em-pfinden etc. gefällt uns vorzüglich. Ausser dem 33. Psalm habennoch ein Paar andere, Melodien mit gebundener Arbeit, die wir denKennern empfehlen.
Ueberhaupt hat sich Herr Bach durch diese Melodien um vieler