Druckschrift 
2 (1868)
Seite
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Ueber den Eindruck, den diese schönen Lieder, derendie Sammlung 42 enthält, auf das Publikum ihrer Zeitgemacht haben, ist wenig bekannt geworden. Wohl wärees eine ehrenvolle Aufgabe für die Gegenwart, den reichenSchatz, der in ihnen verborgen ist, durch eine geeigneteAuswahl und saebgemässe Behandlung zu heben.

Im Allgemeinen fand Bach auf diesem von ihm mitso viel Glück und Hingebung beschrittenem Gebiete desgeistlichen Liedes keine Nachfolger, mindestens keinesolche, die eine bleibende Bedeutung gewonnen hätten.Doch hat sein jüngerer Bruder Johann ChristophFriedrich zu Bückeburg in den Miinter'schen Liederngleichfalls Vortreffliches geleistet, und man findet ausserihm noch Rolle, Hiller, Scheibe, Hertel, Wolf,K unzen und Ben da darin, wenngleich mit geringeremBerufe, thätig.

Noch im Jahre 1782 begegnen wir einer lebhaftenKlage darüber 1 ), dass die herrlichsten geistlichen Poesienuncomponirt oder so gut als uncomponirt geblieben seien.Bach's Compositionen zu Geliert's Liedern, die in allerHänden sein sollten, sind ausser dem Lande, wo Bachund Geliert selbst gelebt, wenig gesungen, und seineherrlichen Compositionen zu Cramer's Psalmen habenseit 1774 noch keine zweite Auflage erlebt. Einige derLieder dieser meisterhaften Sammlungen sind doch gewissauch allgemeine Erbauungslieder 2 )."

P Reichardt, Kunst-Magazin. 1782. I. S. 172.

2) Der Hamburg. Unparth. Corresp. (1744. No. 112) enthält eineausführliche Kritik über diese Sammlung, deren Inhalt für die Be-urtheilung der Art, wie Bach's Zeitgenossen seine Werke aufnahmen,bedeutend genug ist, um sie hier folgen zu lassen:

Die wiederholten Auflagen der von unserm würdigen HerrnKapellmeister Bach in Musik gesetzten Geilert'schen Lieder be-weisen den Beifall, womit die Freunde der Tonkunst diese vortreff-lichen Melodien aufgenommen haben. Eben diesen Beifall könnenwir den gegenwärtigen Melodien der Cramer'schen übersetztenPsalmen versprechen. Die Originalität unsers Bach's, die Stärke