gegen die ängstlich klagende oder wild aufgeregte Stim-mung der vorhergehenden Chöre, der zugleich sinnlicheWohlklang der Stimmführung ist von bezaubernderWirkung. Keine Verwickelung der Stimmen, keine aus-weichende Harmonienfolge stört das ruhige und wahrhaftschöne Ebenmaass dieses prächtigen Tonstromes.
Hiemit schliesst der erste Theil. In ihm ist das lyri-sche Element mit der dramatischen Färbung im Ganzenglücklich verbunden. Die Ueberzahl der in der erstenHälfte hintereinander folgenden Arien wirkt zwar abspan-nend, doch könnte dem, ohne dem Wesen des Kunstwerkszu nahe zu treten, durch Auslassung abgeholfen werden.
Dass es mit dem zweiten Theile anders stehe, ist schonoben angedeutet worden.
Derselbe beginnt ohne jedes Vorspiel etwas zu schmuck-los mit No. 12, einem Recitativ des Moses, in welchem erden Juden ihren Mangel an Glauben verweist. Ungeachtetder vortrefflichen Declamation und fein berechneten Modu-tionen kann dasselbe doch nur als überflüssig betrachtetwerden, da eine unmittelbare Ursache für diese Straf-predigt nicht vorhanden ist. Auch macht es eben keinensonderlich überzeugenden Eindruck, wenn dem in derWüste unter tausend quälenden Leiden hinschmachtendenVolke immer von neuem das Verbrechen vorgehalten wird,dass es über seine Notli klage.
Es schliesst sich an dieses Recitativ No 13 ein Wechsel-gesang des Moses, der beiden Israelitinnen und des Chors,einem Hymnus ähnlich (Es-dur, Allegretto), in dessenerstem Abschnitt: „Gott Israels, empfange," der Ge-sang des Moses nach einem schön melodischen Eingangein einen reichen Figurenschmuck übergeht.
Bei der 2. Strophe (der ersten Israelitin): „Du Gott,bist mein Vertrauen," treten dem Quartett 2 Flötenhinzu, die in anmuthigen Figuren die Solostimme um-schweben.
In der dritten Strophe nimmt der Chor unter reichem