lg. Jahrhundert.
Die Dir Dein Gott gegönnt, und Dich nun zählen läßt.Ich wundre billig hier des Höchsten Wunder-Güte,
Die Dich beglückt geführt bei manchen Sturm und Graus.So ist's: Es stürmt zwar oft die Unruh im Gemüthe,
Doch blühet bald darauf ein neues Glück im Haus.
Wer nur ein wenig sieht, kann dieses leicht erkennen,
Wenn er jetzt einen Blick in Deine Führung thut:
Ich wollte manche Prob der Führung Gottes nennen.Die anfangs widrig schien, und war am Ende gut.
Wohl dem, der jedesmal auf Gottes End-Zweck siehetUnd dessen weisen Schluß recht nachzukommen strebt:
Wohl dem, der eigen Werk, als Mord und Feuer fliehet,Und so, wies Gott beliebt, beliebt und ruhig lebt.
Dann wird man bald gewahr, wenn Gott was läst geschehen,Was sein so treuer Sinn darunter suchen will;
Und wer mit seinem Geist in Gottes Herz kann sehen,
Der ist bei alle dem in Gott vergnügt und still.
Denn das ist ausgemacht: Gott will uns allzeit segnen,Obs schon, wie man vermeynt, ganz wunderlich geschieht:Er läst bei Sturm und Blitz doch lauter Seegen regnen,Scheints gleich in unserm Sinn, Gott achte unser nicht.Es hat die Trauer-Post oft unser Haus erschrecket,
Die nächsten Freunde hat ein Schicksal weggebracht.
Es gieng stets unser Haupt mit schwarzem Flohr bedecket,Es war fast niemals Tag, wohl aber immer Nacht.
Bei alle dem, war dieß oftmals noch das betrübste,
Daß auch an Dich, Laps, der Tod sich reiben wollt;Der blinde Menschen-Feind scheut auch nicht das beliebste,Er nähms, wenns ihm nach Wunsch dabei gelingen solt.
Allein Gott hat Dich uns zum Trost bisher erhalten,Er weiß, wie nöthig uns Dein Hierseyn annoch sey.
Ich will drum meine Händ in Andacht vor Ihm falten,Mit Wunsch: Setz dem Lapa noch einmal fünfzig beiLaß dessen Jahre seyn von Nestors grauen Jahren,Der Brunnen seines Bluts versiege ja noch nicht,
Laß Ihn zuvor das Glück der Seinen erst erfahren,