Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
193
Einzelbild herunterladen
 

l6. Jahrhundert.

193

«Vcrschrcibung zu Statten, und ihnen zu gute kommen möchte,sondern wollen alles den Gläubigern zum Besten deuten."

Nach einer im Stift Fritzlar befindlichen Urkunde vom 45.Jan. 4573 (Urkb. 442) ebenfalls über 400 Gulden "MuntzHessischer Währung," verkauft der letzte hessische Erbküchenmcisterdieses Geschlechts, Burkhardt v.Wildungen (44640)(Kuchen-beckers Hess. Erbhofämter. Anl. S.67) und seine eheliche HausfrauMargaret ha geborne von Han st ein, ein Malter Frucht halbKorn halb Haser, welches ihr erbeigen Gut zu Melden (beiVolk marsen) jährlich Michälistag zinsct, an Heinrich Heß-perg und seine Hausfrau Juliane. Am 34. Juli 4577 tratenJohan Heßbcrg und seine Frau Benigna zu Fritzlar diesGut gegen die Befreiung anderer Hufen an das Stift daselbst ab.Zu beachten ist noch bei dieser Urkunde das angehängte Siegelder alten ausgestorbencn Familie von Wildungen, die dashessische Küchenmeister-Amt bekleidete, und im Wappen zwei Kü-chenmesser im Schilde führte, wogegen bei der neuern noch eristi-rendcn Familie dieses Namens, im Wappenschild der Helm undoben zwischen den Helmflügeln die beiden Küchenmesser sich be-finden.

Auch ist bei den vorgenannten 4 Urkunden wegen des Zins-fußes noch zu bemerken, daß für ein gleiches Anlehn von 400Gulden so verschiedene jährliche Zinsen versprochen wurden,nämlich

4534 44 Malter Frucht halb Korn, halb Hafer,

4539 im Febr. 42 Malter desgl.

im Sept. 40 Malter desgl. und4573 ein Malter desgl.,welche Verschiedenheit wohl nicht allein in dem verschiedenen Preiseder Früchte, sondern auch in den erstem Jahren in dem Geld-mangel seinen Grund gehabt haben muß.

Ein noch vorhandener Schuldbrief von Martin v. H.(Lippoldö Sohn) (Tafel 3 u. 4b) vom Sontag (4.Apr.)

4576 (Urkb. 453) spricht auf 300 Goldgulden und 66^unver-schlagene" Thaler, deren einer 2 Loth Silber wiegt und vierFürstengroschen, welche ihm der Bürger Heinrich Hesse zu

»Theil. jZ