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zeitigen und künftigen Familiemnitgliedern, aber auch allen, welche die Lokalgeschichtedes Territoriums, innerhalb dessen die v. Oppen seit sechshundert und mehrJahren gewohnt, specieller zu erforschen bestrebt sind, eine Sammlung urkund-licher Grundlagen für die Geschichte des Geschlechts in die Hand zu geben, und eskam nur darauf an, zu entscheiden, ob diese Sammlung das vollständige Urkunden-material oder nur eine Auswahl der hauptsächlichsten Stücke enthalten und ferner,ob im letztern Falle dieselben jedem Theile des Geschichtswerkes anhangsweise bei-gegeben oder ob ein vollständiges Urkundenbuch als ein selbstständiges Proömiumdes ganzen Familienwerkes bearbeitet werden sollte.
Die zu Zeiten — und so auch gegenwärtig — sehr beträchtliche Aus-breitung der Familie, ihre zumtheil verwickelt gewesenen Lehnsverhältnisse, dasrühmliche Auftreten vieler Mitglieder in der Geschichte ihrer engern Heimath,besonders aber der Wunsch, alle von dem Leben der Vorfahren erhaltenen Zeugnissewörtlich oder auszüglich erhalten zu sehen, endlich auch der Umstand, daß es geradeüber die betreffenden Landestheile — nämlich die Zauche oder den heutigen KreisZauche-Belzig, sowie den sächsischen Kurkreis einerseits und Ostpreußen andererseits— an genügenden urkundlichen Publikationen für das Mittelalter, vornehmlichaber für die neuere Zeit fehlt, gaben den Ausschlag zu Gunsten eines vollständigenNrkundenwerkes, wie es eine Reihe durch Alter, Grundbesitz und Verdienst ausge-zeichneter Geschlechter besitzt.*)
Außer Frage stand es, daß diesem Nrkundenbuche der Vorgang vor derFamiliengeschichte selbst gebührte. Denn dadurch ist der Geschichtsschreiber einesGeschlechts bei der Abfassung der einzelnen Biographien sowohl, als namentlichauch bei den unumgänglich nothwendigen allgemeinen Abschnitten (über Herkunftund Heimath, Linientheilungen, Besitz- und Lehnsverhältnisse, Wappen und Siegelu. s. w.) im Stande, durch Verweise auf das Urkundenbuch umständliche und weit-läuftigere Quellencitate im Flusse der Darstellung zu vermeiden, also lediglichauf das Diplomatarium zur Verificirung aller Angaben Bezug zu nehmen. Beidiesem in die Augen springenden Vortheil sehen wir mehr als eine Familie derHerausgabe von Urkundenbüchern den ersten Platz, und zwar vor dem — vielleichtnoch längere Zeit zu erwartenden — Erscheinen der Geschlechtsgeschichte selbsteinräumen.**) Nach diesem Principe zu verfahren, erschien ganz besonders noth-wendig bei der Bearbeitung und Herausgabe eines Geschichtswerkes über dieFamilie v. Oppen.
Das Geschlecht v. Oppen, seit dem 13. Jahrhundert urkundlich bezeugt,wird von Jedem gekannt, dein die märkische Territorialgeschichte nicht fremd ist.Dem sächsischen Boden entsprossen, breitete der Stamm zahlreiche Aeste und
5) Z. B. die Herren und Grafen zu Eulenburg, die v. Alvensleben, v. Behr, v. Oertzen,Grafen Hahn, v. d. Asseburg, v. Ostau, v. Kotze, v. Kleist, v. Malzahn u. a. m.
**) Z. B. bei den v. d. Asseburg, den Grafen zu Culenburg, den v. Kleist und v. Heimbruch.