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Bald darauf kam Rudolf und 14 Tage später auchMinchcn. Da Nudalf iu den Ferien keine Aufgaben hatte,machte es ihm Freude, mir einige Schulstunde» abzunehmen,was ich zu seiner Nebuug gern wallte. Wir machten iuder Ferienzeit zweimal eine Partie nach der Plesse, einmalwar auch Emilie von Imbshausen dazu gekommen. Am90. Juli gingen Rudolfs Ferien zu Ende. Drei Tagevorher war aber die Tante gekommen, um uns zu besuchenund mit ihm zurück zu reisen. Am 1. August kam Emilievon Imbshausen, wo ihre Lehrzeit beendet war, so daßsie noch einige Tage mit ihrer Schwester zusammen seinkonnte, welche Freitag, den 4. August, wieder nach Hannoverreiste.
Dann kamen aber erst die heißen Sommertage undeine Trockenheit, so daß die Früchte im Felde schnell reisten,aber auch das Gras vertrocknete. Es war hier schon sehrheiß, in New-Aork aber soll es noch heißer gewesen sein,so daß man Nachts gar nicht in den Gebäuden hat schlafenkönnen und besonders viele Kinder am Sonnenstich habensterben müssen. Anfangs September kühlte es sich aberplötzlich ab und es trat eine längere Mgenzeit ein, wodurchalle Herbstarbeiten verspätet wurden, so daß wir unsereKartoffeln erst beinahe Mitte October ausrodeten. DerErtrag derselben war fast überall reichlich, aber sie faultensehr. Dagegen war die Noggenernte nur spärlich und dieStrvhpreise stiegen dermaßen, daß man für ein Schock bw90 Mark forderte, was noch niemals dagewesen war.
Am 4. September 1876 starb zu Niedcr-Görsdorf beiJüterbog der Pastor Rudolf Besser. Er war vorher Pastorin Bnchholz und Schönebeck und als solcher Mitbegründerund Vorstandsmitglied des Prignitzer Rettnngshauses zuSchönebeck. An 13 Jahre lang, so lange wir als Hans-eltern im Nettungshanse waren, ist er unser geistlicherBerather und Freund gewesen. Seine Predigten, die wirfast jeden Sonntag in der Kirche zu Schönebeck hörten,athmetcn christliche Liebe und Milde. Fest und treu iniGlauben und Bekenntniß zu seinem Heilande stehend, schlug