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fleißig ist. Eins bleibt freilich immer bedenklich. Wennein Knabe von 11 Jahren ganz aus der Erziehung seinerEltern herausgenommen wird, so wird auch sein Wesen sichin anderer Umgebung anders gestalten, es sei denn, daßder Charakter desselben von Hause aus schon so fest ist,daß er sich Wohl in das neue Verhältnis; zeitweilig fügt,seine Gesinnung aber innerlich bewahrt, und zu seiner Zeitdoch wieder seinen eigenen Weg einschlägt. Es bleibt fürEltcrnherzen immer eine schwere Sorge, wenn sie ihr Kindandern übergeben müssen, das Vaterauge und die Mutter-liebe und Sorgfalt wird ihnen nicht überall ersetzt. Rudolfblieb bis zu meinem Geburtstage, den 9. October, undnnd reiste am folgenden Tage ab.
Da an meinem Geburtstage Alle munter und wohlwaren, das Wetter auch warm und schön, so machten wirNachmittags einen tüchtigen Marsch nnd zwar sollte dasZiel die Stadt Hardegsen sein, welche noch keiner gesehenhatte. Ich war vor Jahren einmal dort gewesen undwußte den Weg. Das war nun ein lustiger Trubel. DieKnaben hielten hier nnd da Nachlese auf den Aepfelbäumenund versuchten ihre Geschicklichkeit im Klettern nnd Werfen;die Mädchen suchten die Brombcerheckcn ab nnd hatten ihrWesen mit den Mäusen, die in nnheurer Menge in diesemJahre vorhanden waren nnd in den Chaussccgräben ihreLöcher gewühlt hatten. Sie hatten in manchen Gegendenviel Schaden gethan, nnd man mußte sie als eine Heim-suchung betrachten. Hin nnd wieder hatte man Gift gelegt,davon waren aber wieder Schafe, Hunde nnd Raben ge-fallen. Der besonders trockene Sommer nnd Herbst wardiesem Ungeziefer sehr günstig, erst als im Spätherbst dieRegen kamen, verminderten sie sich. Wir mußten aberschließlich tapfer drauf los marschiren, denn Hardegsen lagzwei Stunden von uns. Als wir die Stadt übersehenkonnten, zeigte ich ihnen die Ueberblcibsel der alten BurgHarbeck nnd den Berg, worauf die Burg Niedcck gestanden.Wir ruhten ein wenig aus und dann ging's wieder nachHause, wo wir uns bei Kuchen und Kasse erquickten.