Druckschrift 
2 (1893) Vom Jahre 1867-1878
Entstehung
Seite
228
Einzelbild herunterladen
 

zu sehen und zwar wie sie im Laufe der Zeit gebliebenwar, damit man einen Vergleich behielte. Die Kirche isteine der älteste» in Anhalt nnd wohl Werth, daß man dieKosten ihrer Wiederherstellung angewendet hat.

Befriedigt von dem Ziele unseres Ausfluges, kehrtenwir durch Suderodc, den sich seit 20 Jahren so gehobenenBadeorte, nach Neinstedt zurück und verlebten den Nach-mittag im geselligen Beisammensein, bis wir uns Abendsbei unserm Jnspcctor verabschiedeten, da wir am folgendenMorgen abreisen wollten.

Am 2. September reiste ich mit Wald nnd Wedekindvon Neinstedt ab, nnd fuhren nur zusammen bis Halbcr-stadt, wo Bruder Wedekind mit seinen Kindern nachMagdeburg weitcrrcistc, Wald mit seiner Frau, der einenAbstecher nach Wernigerode machen wollte, reiste mit mirweiter bis Wasserleben. Wir hatten aber einen zwei-stündigen Aufenthalt in Halberstadt und benutzten dieseZeit, um uns etwas in der Stadt umzusehen. Unser Zielwar zunächst die Domkirchc. Wir fanden sie offen nndeine günstige Gelegenheit, uns Alles anzusehen. Sie ent-hält sehr viele Alterthümcr, Bilder, Reliquien, BischofS-gcwänder, Heiligenbilder und Grabdenkmäler, unter letzterenauch den Sarcophag des in Lebensgröße darauf abge-bildeten Bischofs Bnko von Hnlberstadt, von dem das be-kannte Wiegenlied singt:

Bnko von Hnlberstadt bring' min lütten Deren wat.

Wat soll ick ehr denn bringen? En paar Schvh mit Ringen,

Do kann min lütt Deren op springen.

lieber der Thür zum bischöflichen Kapitelsaale befand sichein herrliches Gemälde, Christus am Oelberg?, welches derhochselige König Friedrich Wilhelm IV. der Kirche geschenkthat. Der frühere Domprediger Augnstin hatte in derKirche eine reiche Sammlung von Alterthümcrn aufgestellt,jetzt ist dieselbe nach dessen Tode anderwärts verwendet.Jetziger Domprediger ist Pastor Lange, anch als Dichterbekannt und Mitglied des Lindenhofer Verwaltungsraths.Auf dein Domplatze liegt der Teufelsstein, ein ziemlicher