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2 (1893) Vom Jahre 1867-1878
Entstehung
Seite
222
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deutschen Heeren, die znm ersten Male wieder seit langerZeit aus Nord- und Süddeutschland vereint, sich zumgroßen, gewaltigen Kampfe gegen Frankreich rüsteten.Vierzehn Tage dauerten die gewaltigen Rüstungen derdeutschen Heere, derweile Napoleon III. seine Truppen bisSaarbrücken vorgeschoben hatte, wo er, von einigen preußi-schen Compagnien beschäftigt, nicht weiter vorzugehen wagte.Mit dem glorreichen Siege bei Wcißenburg wurde derewig denkwürdige Fcldzug eröffnet, dem sich dann Siegauf Sieg anschloß bis zur Einnahme von Paris. In denBüchern der Geschichte wird die Kriegsgeschichte der Jahre187071 mit unauslöschlichen Zügen verzeichnet werden,dazu ist meine Feder zu schwach und der Raum dieserBlätter zu enge. Wie mit ängstlicher Spannung jedetclegraphischc Depesche erwartet wurde, so mit großerFreude jede Nachricht vom Siege unserer tapfern Truppenbei Weißenburg, Spichein, Wörth bis Sedan, wo sichNapoleon unserm König Wilhelm ergab und dann vondemselben als Gefangener nach Wilhelmshöhe bei Kasselgewiesen wurde. Die Einnahme von Straßburg, derwunderschönen Stadt, wo auch ein alter Bekannter ausSchönebeck, Christian Borck, mit betheiligt war, der sieg-reiche Fcldzug nach Paris, die Belagerung von Paris,wo unser König Wilhelm in Versailles sein Hauptquartierhatte, die Prvclamirung des deutschen Kaiserthums und dieErhebung König Wilhelms zum deutschen Kaiser, die Ein-nahme von Paris und der endliche Abschluß des Friedensin Frankfurt am Main das sind nur große Umrissevon Begebenheiten, die ein deutsches Herz miterleben durfte,um es mit Dank und Preis gegen den allmächtigen Lenkermenschlicher Schicksale zu erheben. Elsaß und Lothringenwar der Siegespreis, die beiden Länder, die einst so schänd-lich von den Franzosen geraubt waren, sie kamen wiederzu Deutschland. Aber es kostete auch gewaltige Opfer,wie in keinem vorhergehenden Kriege. Ach, und wirkonnten hier wie mitten im Frieden leben unter den ge-waltigen Ringen und Kämpfen zweier mächtiger Völker!