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2 (1893) Vom Jahre 1867-1878
Entstehung
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kamen wir in Hannover an nnd suchten nun zunächst denMeister auf. Da ich mit dem Nachmittagsznge wiederzurückreisen wollte, so benutzte ich die kurze Zeit, umwenigstens einige Plätze nnd Straßen zu durchwandern.Ich hätte gern das Henriettenstift besucht, tonnte aber nichtdazu kommen, da inzwischen meine Zeit abgelaufen war.Dies war am 21. April.

Dieser Reise sollte sich aber bald wieder eine andereanschließen, die uns schmerzlich berührte. Am 2. Mai be-kam ich von meinem Bruder Hermann die Nachricht, daßmeine Mutter schon seit längerer Zeit krank sei, seit vierTagen aber bettlägerig, und daß ich doch kommen möge,wenn ich sie etwa noch sprechen wolle. Als ich diesenBrief bekam, wurden wir gleich einig, daß wir noch heuteabreisen, und ich nur erst mit dem Herrn Grafen darübersprechen wollte. Ich ging sogleich nach dem Schlosse; derHerr Graf war sofort bereitwillig, und nun eilte ich nachHause, damit wir mit dem ersten Zuge nach Nordhansenfahren konnten. Aber zu Hanse fand ich schon eine Depesche,welche mir den Tod meiner Mutter meldete. Sie war amSonntage lUissrioorckias Doiniui, Abends 32/4 Uhr, ent-schlafen. So beschlossen wir denn, zu ihrem Begräbnissezu reisen, welches am 5. Mai stattfinden sollte, da sie aml.Mai gestorben war. Wir reisten also Dienstag von hierab und kamen gegen 11 Uhr in Nordhausen an. MeinBruder August erwartete uns am Bahnhofe. Am folgendenTage, den 5. Mai, Morgens 8 Uhr, begruben wir diesterbliche Hülle unserer selig entschlafenen Mutter ans demNeustädter Kirchhofe, und Pastor Sachtleben zu St. Jacobihielt die Grabrede, worin er die Dahingeschiedeneals einestille, friedliche, arbeitsame und kirchliche Frau schilderte,die als ein Zeugniß in der Gemeinde im Verborgenen ge-lebt in einer Zeit, da die Gottentfrcmdung nnd der nnkirch-liche Sinn immer mehr überhand genommen. Ihr Beispielmöge auch die Ihrigen, die sie hinterlassen, zur Nachahmungreizen. Sie habe ihren Glanben bekannt auch noch in derletzten Stunde ihres Lebens, nnd sich mit dem hochwürdigen