durch größtmöglichste Sparsamkeit uud einfache Einrichtungdes Hauswesens war uns dies möglich, zumal nach eineHauptrcparatnr, die Nmlegnng des Hausdaches, in diesemHerbste durchgeführt werden mußte, die doch nicht billigwar. Glücklicherweise wurde dasselbe vor dem großenSturme fertig, welcher am 7. November ganz Norddeutsch-land durchtobtc, große Zerstörungen in den Wäldern an-richtete, in den Gärten Bäume zerbrach, Stackete umriß,Dächer abdeckte, ja sogar in einem nicht weit von hier ent-legenen Orte den Thurm umwarf. Wie froh konnten wirfein, daß unser Dach und Thurm fest waren.
Im Herbste machte ich noch eine Reise mit den Ge-brüdern Linne nach der im Herbst durch eine große Feners-brnnst schwer heimgesuchten alten Stadt Hardegsen, wo derVater der Gebrüder Linne und auch der ältere BruderLehrer war. Wir besuchten die alte Burg Harbeck, dasStammhans eines einst mächtigen Nittergeschlcchts, welchesdie gegenüber liegenden Ritter von Nicdeck besiegte undihre Burg Niedeck zerstörte. Hardegsen war zuletzt imBesitz der Herren von Rostvrp, auch eine Zeit langResidenz. Jetzt ist die Stadt ziemlich heruntergekommen.Der letzte Brand hat viel Thcilnahme erweckt, und sowohlder frühere König von Hannover, als auch unser jetzigeKönig Wilhelm haben die Stadt mit namhaften Summenunterstützt uud dadurch der großen Roth mit abgeholfen.
Erfreulich war auch für uns die fortwährende Thcil-nahme des Gräflichen Paares für das Waisenhans. Sowurden die Kinder am Weihnachtsfeste reichlich von ihnenbeschenkt, was früher gar nicht der Fall gewesen war. Wirkonnten aber auch unsere Jahresrcchnnng, wie seit Jahrennicht der Fall gewesen war, mit einem Ueberschnß schließen,hatten das vorhandene Deficit von 161 Thalcrn tilgen,das Hansdach verlatten und nmdecken, und manche fehlendeWirthschaflSsachen anschaffen können. Aber auch für unserpersönliches Interesse hatte der Herr Graf Sorge getragen,indem er mich in die Stcttiner Lebensversicherung aufKosten der Waisenhanskasse aufnehmen ließ und die