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Geschlechts-, Namen- und Wappensagen des Adels deutscher Nation
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Stolberg, von.

S. Sinapius. I. S. 242. Peccenstein, Theatr. Saxon. Th. I. S. 253. Grässe,Sachs. Sagenschatz. Th. I. S. 229. Nr. 253.

Der Ursprung dieses Geschlechteswird auf Otto von Columna, einen römi-schen Ritter, der um 566 seine Residenzin dem Harzgebirge aufschlug, zurück-geführt. Derselbe soll wegen seinerHeldenthaten gegen die Thüringer unterihrem König Ermanfried von KaiserJustinus II. die hohe Würde eines Grafenvon Stolberg und römischen Judex sammteinem schwarzen Hirsche im goldenen Felde des Wappens erhaltenhaben, nachdem er dem Kaiser, der sich zu Scheidungen aufhielt,einen auf dem alten Stahlberge beiRothleberoda gefangenen schwarzenHirsch als ein rares Wildpret verehrt hatte. Besagter Otto, derdafür vom Kaiser die ganze Gegend zum Geschenk erhielt, lebteaber im Ehestande mit Christine von Henneberg. Seine Nach-kommen besassen aber eine solche Macht und Ansehen, dass siesich in Urkunden von Gottes Gnaden schrieben, ihnen auch vomPapste der sonst nur Fürsten beigelegte Titel eines vir nobilis

Stosch, von.

S. Sinapius. I. S. 943.

Dieses alte Geschlecht, welches in Böhmen,Mähren- und Schlesien ansässig ist, führt imrothen Schilde zwei weisse Seeblumen. AlsUrsache davon wird folgende Begebenheiterzählt. Als eine slavisclie Armee zur Zeitder alten slavischen Könige einstmals an einenSee kam und die Anführer berathschlagten,ob selbiger zu passiren sei oder nicht, sollsich einer von Adel und zwar ein Oberster zu Pferde herzhaft mitdem Rosse hineingewagt haben, glücklich hinübergekommen sein,