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Kalkreuth, von.
S. Sinapius. I. S. 495.
Von dem Urheber dieses alten berühm-teil Geschlechtes wird folgende Geschichteerzählt. Er sei bei einem gewissen Königin den Verdacht gekommen, als wenn er mitder Königin auf gar zu vertrautem Pussestehe, weswegen der König in einer Kalkhütteden Befehl gab, dass man den ersten, dervon den Bedienteil der Königin hierher kom-men werde, in den Kalkofen werfen solle. Hierauf wäre dieseverdächtige Person dahin geschickt worden, welche sich aberunterwegs in einer Kirche mit Beten aufgehalten habe. Unterdesssei aber der Verläumder desselben ebendahin gelaufen um seinenPeind im Kalkofen liegen zu sehen; weil er aber der erste Botegewesen, sei er nach der genommenen Abrede ins Peuer geworfenworden und der Unschuldige somit unversehrt davon gekommen,worauf der Urheber zum ewigen Angedenken solcher wunderbarenErrettung in sein Wappenschild zwei Reuten, so die Pigur vonOfengabeln im Kalkofen darstellen sollen, und auf dem Helmeein gekröntes Brustbild erhalten habe. Da nun Hübner in seinenHistorischen Prägen Th. II. S. 328 erzählt, dass diese Geschichtemit einem Hofoffizianten des Königs Dionysius von Portugal undmit seiner Gemahlin Elisabeth passirt sei, so müssten sonach dieNachkommen desselben sich aus Portugal nach Deutschland be-geben und dort den Namen Kalkreuth angenommen haben. Darumerblickt man auch in dem Wappen derselben, einem gespaltenenSchilde, dessen Vordertheile weiss und schwarz sind, zwei kreuz-weise gestellte, etwas gebogene Ziegenfüsse gelber Parbe, obenmit Eisen, vorn mit einem Spalt, wie dergleichen gebraucht wer-den, um Nägel auszuziehen oder schwere Steine zu heben. Aufdem gekrönten Helme zeigt sich ein Kalkbrenner, der in jederHand eine Kalkreute hält. Nach Andern wären dies aber nichtGabeln oder Streitkolben, sondern Pflugreuten, und die 'Herrenvon Kalkreuth seien aus dem Stamme des Herzogs Primislaw von