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Geschlechts-, Namen- und Wappensagen des Adels deutscher Nation
Entstehung
Seite
72
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Jagow, von.

S. Temme, Volkssagen der Altmark. S. 64.

Es ist nicht richtig, dass diese Familieihren Namen von der Vertreibung der Temp-ler aus der Mark, welche sie verjagt hätten,erhalten hat. Der wahre Grund ist folgender.In der Wische in der Altmark liegen nochjetzt die Trümmer eines alten Schlosses,Lichtenhagen, welches einem Herrn von Jagowgehörte. Einst kam ein Kitter aus diesemHause seinem Herrn, dem Markgrafen, in einer Schlacht geradein dem Augenblick zu Hilfe, wo die Schlacht verloren gehenwollte. Durch seine Ankunft aber entschied sich der Sieg fin-den Markgrafen. Der Kitter hatte jedoch auf einem Streitwagengefochten und im Kampfe ein Kad verloren. Aus Dankbarkeithiess ihn jener den Namen Jag to (jage zu), woraus später Jagowward, für seinen frühern Namen annehmen und setzte ihm zumAndenken an diese Schlacht ein Rad in sein Wappenschild.

Jelita oder Koslarogi, von.

S. Sinapius. II. S. 702.

Das Wappen dieser Familie zeigt im rotheu Schilde dreikreuzweise über einander gelegte Spiesse von gelber Farbe, aberauf dem Helme einen abgekürzten Ziegenbock mit anfgerichtetenVorderfüssen (vom poln. Worte Koziel Ziegenbock und rogi Hörner= Koslarogi). Als im Jahre 1331 am 17. September KönigLadislaus auf das Schlachtfeld nach einer dort gegen die Kreuz-herren geschlagenen blutigen Schlacht ritt, sah er einen seinerEdelleute aus dem Hause Koslarogi, Namens Florian Sarius, vondrei Spiessen hart verwundet auf dem Rücken liegen, indem er mitbeiden Händen die ihm aus dem aufgeschlitzten Leibe heraus-hängenden Eingeweide hielt. Der König bemitleidete ihn undversprach ihm, wenn er gesund werde, wolle er ihn nicht blosvon einem bösen Nachbar, der, wie jener sagte, ihm mehrSchmerzen verursache, wie seine gegenwärtige Wunde, befreien,