172
Turn und Taxis, von.
S. Sinapius. II. S. 255.
Die Grafen und Fürsten von Turn und Taxis,französisch de la Tour et Taxis und italienischde la Torre e Tassis, stammen von einem jungenMailändischen Edelmann her, -welchem der h.Ambrosius, Bischof daselbst, um 389 heiDämpfung eines Aufruhrs der Arianer dassogenannte neue Thor anvertraut, und als ersolches nebst dem dabei befindlichen Thurmmännlich behauptet, ihm den Beinamen de la Tour und zugleichzur Belohnung seiner Treue die Souveränetät über Valsassine ge-geben hatte. Von den Nachkommen desselben soll Taccius um889 als Graf von Velsassine und Baron der Ufer am Komer Seenur zwei Töchter und Erbinnen gehabt und solche an zwei Ab-kömmlinge Karls des Grossen, Aliprandus und Eriprandus, ver-mählt haben. Diesen Beinamen hat sich aber erst später eingewisser Lamoral, der sich im Gebiete von Bergamo niederliess,entweder nach diesem Ahnherrn oder von dem Taxberge (Tasso)oder von den Dachsen, die daselbst hausten, und die er häufig-gejagt haben soll, beigelegt. Daher stammt auch im unternTheile des Wappenschildes der fortschreitende weisse Dachs, aberdas goldene Horn im Pfauenschweife über der Krone auf demHelme ist kein Jäger-, sondern ein Posthorn, welches sich aufdie Würde dieser Fürsten als frühere Keichspostmeister bezieht.
Ueberacker, von.
S. Salon. 1875. Nr. 12. S. 1439.
Die Grafen von Ueberacker, deren Stammschloss Ueberackerngegenüber von Burghausen am Ufer der Salzach liegt, haben einWappenschild mit vier Feldern; im ersten und vierten erblicktman ein sogenanntes Ort (einen erhöht gelegenen Acker) erhöht,im zweiten und dritten zwei halbe von einander gekehrte Bäder.Es fuhr nämlich einst ein Kitter von Ueberacker von Mondsee