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Fugl — Füll
Des Jakob Nachkommen sind etwas später wappengenossen ge-worden. Ihnen hat der Kaiser 1473 einen Wappenbrief verliehen,und zwar den Schild gespalten mit den zwei Lilien, daher sie dannzum Unterschiede von der älteren Linie mit dem Reh inSgemein nurdie F. von der Ilgen genannt worden sind. Schon zu Ende des15.Jahrh. war das Vermögen der F. v. d. I. bedeutend angewachsen,hauptsächlich durch großartigen Betrieb zweier Unternehmungen deslevantin. Handels u. des tirol. n. kärnthnischen Bergbaues. Wie raschdiese Neichthümcr sich durch Fleiß und Umsicht vermehrt hatten, dasbeweist u. a. die Thatsache, daß Jakob F. 1594 von K. Maximiliandie Grafschaft Kirchberg und die Herrschaft Weißenhorn um79,990 fl. pfandweise, dann die Herrschaften Schmichen, Pfaf-fenhofen, Marstetten, Fußendorf, Disachhausen undWullenstetten kaufsweise erwarb. Fünf Jahre später, 1599,sandten des Jakob Söhne, Jakob, Ulrich u. Georg, die vom selbenKaiser in den Adclstand erhoben worden waren, drei selbstausgerüsteteSchiffe nach Wcstindicn auf den Welthandel, und zahlten innerhalbacht Wochen dem Kaiser 179,999 Dukaten baar als Hülfsgelder zumKriege gegen die Venediger.
Während K. Karl V. auf dem Reichstage zu Augsburg verweilte,wohnte er im fngger'schen Hause, u. in demselben ist auch am 14. Nov.1539 das Rcichsgrafcndiplom für die Gebrüder Raimund und Antondie F. ausgefertigt worden. Der Brief erhielt außerdem noch so vieleFreiheiten und Privilegien für daS fugger'sche Geschlecht, daß KaiserKarl V. später selbst gesagt haben soll, „er habe dergleichen Freiheitennie zuvor einem Geschlechte erthcilt, sei auch nicht gesonnen, derglei-chen je wieder zu thun."
Dennoch gab er 1534 denselben F., als sie ihn mit Geld zu sei-nem Kriege wider Tunis unterstüzt hatten, das Recht, goldene undsilberne Münzen zu schlagen, von welchem die Familie zu verschiedenenZeiten Gebranch machte. 1629 kam weiter die größere Pfalzgrafen-würde hinzu, welche den Senior des Geschlechts befugte, sogar Adcls-Diplome zu ertheilcn. In dem Maaße, wie die F. in der Gnade desKaisers stiegen, hoben sie sich auch vor der Welt u. im eigenen Werthe.Was sie für die kathol, Religion gethan, ist bekannt genug; nament-lich konnten es protestantische Historiker ihnen nie verzeihen, daß siedie Jesuiten nach Augsburg gebracht und ihnen ein eigenes Kollegiumerbaut hatten. Aber auch die Fuggerci allein war für Augsburgselbst eine großartige Stiftung, und sie ist noch heute mit ihren 196Häusern als eine kleine Stadt für verarmte Bürger inmitten dergroßen Stadt im Flor. Neben ihren bürgerlichen Pflichten (sie zahltenz. B. nach einem Vertrage mit der Stadt vom 1.1545 eine Avcrsal-summe von 2499 Goldgulden als jährliche Steuer, blieben auch alsReichsgrafen noch im Patriziate bis um 1729) — neben diesen ihrenbürgerlichen Pflichten u. Aemtern findet man die F. auch in geistlichenund weltlichen Würden als Bischöfe zu Regensburg, Konstanz,Fürstpröbste zu Ellwangen, als kais. Näthe u. Kämmerer, Präsi-denten deö Neichökammergerichtö u. s. w. Die Grafen Raimund undAnton F. waren auch als Gönner der Wissenschaft und Kunst hochgc-rühmt, ließen namentlich viele alte Kunstwerke aus Italien undGriechenland kommen und gaben u. a. so dem Herzog Albrccht V.von Bayern die Gelegenheit an die Hand, seine berühmte Kunst-kannner in München zu gründen und zu vermehren. Anton'ö Bücher-Sammlung war zu jener Zeit eine der ersten in der gebildeten Welt,und Jakob F. hat sich als Verfasser des »Ehrenspiegels", dessen Ori-
ginalmanuscript noch auf der Münchner Bibliothek aufbewahrt wird,bestens hervorgcthan.
In dieser Weise finden wir kein Geschlecht überall und in jederWeise so hervorragend, als eben die F., und es gab eine Zeit, dader Name allein genügte, den Inbegriff alles Wünschcnöwerthenin sich zu vereinigen.
Die gegenwärtige fürstliche Linie F.-Babenhausen stammtv on dem oftgenannten Anton F., Naimund's Bruder. Sie hat Ba-benhausen bereits 1538 von denen v. Nechberg erkauft, und ausihr ist Graf Anselm F. (fi 1821) von Kaiser Franz II. kurz vor demSchlüsse des röm. Reichs, am 1. Aug. 1893 nach dem Rechte derErstgeburt in den Neichsfürstenstand erhoben worden.
(v. Stetten 266 st. — Cast, Adelsbuch von Württemberg. — Dorst,württ. Wappenbuch. — Griesinger 427. — v. Hcfner, württ. Adel S. 2.Taf. 2; bayer. Adel S. tt. T. ö; hoher Adel S. 2l. T. 46 ff. - v. H.)
Fuglar, s. Foglar.
Führer, s. Furlani.
st Fuhrlohn, eine schles., im Breslau'schen vorkommendeFamilie, v- Ledebur, l. 239, sagt, daß sie nicht adlich und nurdahin gezählt werde. !? fv. HZ
1. Fuhrmann, Fuhrmänner, pommer'schcs Geschlecht. DieFamilie heißt jezt Vormann. Nikolaus F., Bürgermeister inStolpe 1476, ist der AnHerr. Der Adel wurde, nach v. Zedlitz,nicht anerkannt, weil solcher nur auf einen Wappenbrief begründetwcrdenwolltc. (Zedier IX. 2232. — v. Ledebur III. 64 unter Vormann,n. S. 354. S. auch Vormann. — Bagmihl III. 1,1.) Die Familie,die schon 1396 erscheint, bestzt dermalen Bilberbcck u. Libehne.
(Micrälius 436. — Siebmacher III. 159. — v. Meding I. 246. —v. H.)
2. st Fuhrmann v. Dode. Der aus Hannover stammende KarlHeinrich F. wurde am 11. Febr. 1747 mit v. B. in den Rcichs-Adelstand erhoben. (Gen. Staatshdb. v. 1748. S. 327.) S. Bode.
Fulbach, auch Faullach, Hess, und fuld. Adel.
(Schannat 8. — Siebmacher I. 142. — v. Meding III. 239. — ZedlerIX. 2295. — Biedermann, B. Tab. 219—21. — v. H.)
st Fulco, eine poln. Familie, die auch in Schlesien, undzwar im Bisthum Breslau und im oppeln'schen Fürstenthume,ansässig war. (v. H. — Sinap II. 86.)
Fulda, s. Fullen.
Fuldner, s. Feldner.
Fulger. Die Brüder Rainer und Hiacinth F. wurden im I.1792 geadelt. (M. v. M., Erg. 292. - v. H.)
Fulhadcr, s. Faulhaber.
st Fullen, altes braunschweig., auch in Meißen undWestfalen verbreitetes Geschlecht, dessen Stammhaus F u l l e un-weit Walsrode im Amte Rathen an der Fulda gelegen ist, weßhalbsich ein Theil dieses Geschlechts, besonders Jene in Westfalen, mei-stens Fulde, Fulda schrieb. (Scheele, duc. Luneb. t.— Tyroff, neuesWappcnwerk I. 165. — Adam Berg in seinem Wappcnbuche zählt die-selbe unter die 4 Knechte deö Reiches! — Zedler IX. 2316. — v. LedeburI- 239. — v. H. — Siebmacher I. 188. 195. III. 63. — v. MedingI. 247. III. 826.)
Fullen, s. Fulda.
si Fulljlcin, eine alte, mit Ausgang des 16. Jahrh. wahr-s cheinlich erloschene adliche Familie in Böhmen und Mähren, dievorher Broda geheißen, sich aber von dem jezt in Ruinen liegendenSchlosse Füllst ein an der troppau'schen Grenze nannte. Der An-Herr ist Dietcrich v. Broda. Dieterich's Sohn, Hcrborth v. F., war