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1 (1860) A - F : enthaltend zuverlässige und urkundliche Nachrichten über 9898 Adels-Geschlechter
Entstehung
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vorliegendesStammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland", dessen erstenBand wir nunmehr der Öffentlichkeit tibergeben, verdankt seine Entstehung zunächst dem Eiser und der Liebe eineseinzelnen Edelmannes, der seit einer Reihe von Jahren insbesondere für die Genealogie des deutschen Adels in aus-gedehnter Weise gesammelt hatte, und dieß sein schäzbares handschriftliches Material in der nneigennüzigsten Weiseeinem kleinen Vereine von Standesgenossen mittheilte, welche, von gleicher Liebe zur Sache beseelt, den Beschlußfaßten, an obgedachte Sammlungen anknüpfend, mit vereinten Kräften etwas Großes und Gutes ihren Standesgenossenund allen Freunden und Kennern des Adels und seiner Geschichte zu liefern. Der Grund, warum die HerrenMitarbeiter nicht genannt sein wollen, liegt in der Natur der Sache, und wenn ich, der einzige derselben, hiermeinen Namen unterzeichne, so geschieht dieß nicht in der Absicht, als beanspruchte ich einen großer» Theil an derEhre unserer gemeinschaftlichen Arbeit, sondern einfach auf besondern Wunsch des Herrn Verlegers, welchem Wunschezu entsprechen ich mich, in Berücksichtigung des oben Gesagten, nicht entschlagen konnte. Damit aber Niemand etwader Meinung sein könne, daß bei Bearbeitung und Herausgabe desStammbuches" ein anderes Interesse als dasder Sache und des Standes selbst vorhanden gewesen sei oder herrsche, dürfte es geeignet sein, hier zu erwähnen,daß wir die Frucht unserer Mühen und jahrelangen Arbeit ohne den mindesten Anspruch auf irgend eine pekuniäreEntschädigung an die Verlagshandlnng schenkungsweise gegeben haben, und uns damit begnügten, derselben einezweckentsprechende Ausstattung und möglichst billigen Preis desStammbuches" zu empfehlen, > ein Wunsch, derin erfreulicher Weise, wie die That lehrt, realisirt worden ist.

Nachdem ich nun in meinem und meiner Mitarbeiter Namen über den Standpunkt, den wir als Herausgeberdem Le ser gegenüber einnehmen, das Nöthige offen erklärt habe, sei es mir erlaubt, die wissenschaftlichen Grund -säze, welche uns bei Bearbeitung des Werkes leitend waren, und die Quellen, die zu Gebote standen, in Kurzemvor Augen zu führen.

Jeder, der in historicis einigermaßen selbstforschend und selbstthätig war, wird die unliebe Wahrheit bestätigenmüssen, daß die genealogischen Studien und Arbeiten, wie sie seit mehr als zwei Jahrhunderten in Uebung waren,äußerst selten etwas mehr als dilettantische und dieß gewöhnlich noch mit dem Nebenzwecke waren, als Folie für dieHerstellung einer Anentafel oder eines Stammbaumes einer speziellen adlichcn Familie zu dienen. Der wahre Werthder Genealogie für Staats-, Rechts- und Kulturgeschichte ist noch selten richtig gekennzeichnet worden, und leider ist die

Stammbuch des Adels in Deutschland.