Dricsen.
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mecklenburgischen Archiv vorhandenen Urkunden entnommen sind,wird in Mecklenburg zuerst genannt Gotlofredus de Triberge, Kitter1193.— Von der in der Mark Brandenburg ansässigen Linie besitztjetzt der königl. preuss. Kammerherr v. D. die im Kreise Kuppin ge-legenen Rittergüter Protzen und Cantzow. Das Wappen der Frei-herren v. D. besteht aus einem der Länge nacli gelheilten silbernenund rothen Schilde. Durch die rothe rechte Hälfte geht eine silberneStrasse mit einer Adlerklaue belegt, die die ganze Mitte des Schildeseinnimmt. Auf dem Helme steht ein mit den Spitzen auswärts ge-kehrter Adlerliügel.— Eine Linie der v. D. in Franken führt ausser-dem noch drei Berge im Wappen.
Dricsen, die Herren von.
Eine ursprünglich Bergische und später Clevesche Familie, welcheauch Driisen und Drieschen geschrieben wird. Ihr Stammhaus liegtin der erstgenannten Landschaft und heisst Drieschen. In der Letz-tern aber erwarb diese Familie Loh, bald darauf auch die GilgehnerGüter im Amte Liebstadl in Preussen. Ans dem Hause Klein-Gilgehnwar Georg Wilhelm v. D., vermählt mit Maria Helene v. Below. Ausdieser Ehe wurde am 8. Juni I7C0 zu Klein-Gilgehn Georg Wil-helm v. D. geboren, der zur Würde eines königl. preuss. Generallieu-tenants, Chef eines Kürassier-Regiments und Am'tshanptmanns zuOsterode gelangte. Er war auch Kitter des Ordens pour le merite undim Besitze der Güter Gr. - und Klein - Gilgehn, Sarreinen undWeskenit.Er war zuerst zum geistlichen Stande bestimmt, aber König FriedrichWilhelm I. zog ihn von Königsberg nach Berlin, und wurde hier seingrosser Gönner und Beschützer. In den schlesischen Kriegen zeichneteer sich bei vielen Gelegenheiten auf das rühmlichste aus, namentlicham 17. Mai 1742 im Treifen bei Czaslaw. Hier gab seine Gegenwartdes Geistes und unerschütterliche Tapferkeit die Veranlassung zu ei-nem Kupferstiche, den mit Beschreibung seiner Wairenthat der Berli-ner militairische Taschenkalender, Jahrgang 1787, enthält. Friedrich II.belohnte ihn dafür mit dem Verdienstorden, erhob ihn auch am 1.Sept. 1752 zum Generalmajor. Zwei Jahre später gab er ihm die Amts-hauptmannschaft zu Osterode und eine sehr bedeutende jährliche Zu-lage. Am 1 Dec. 1757 ernannte er ihn zum Generallieutenant. Inder Schlacht bei Leuthen commandirte derselbe die Reiterei des lin-ken Flügels. Nach diesem Siege wurde er nach Liegnitz geschickt,um es mit einer besonders dazu bestimmten Abtheilung wieder zu er-obern. Die Besatzung ergab sich ihm am 28. Decbr. In dem darauffolgenden Feldzuge beineisterte er sich am 29. März eines Theiles derAnssenwerke von Schweidnitz, und am 10. April ergab sich ihm dieseFestung. Darauf wurde er mit seinem Corps dem Prinzen Heinrich,der in Franken vorgedrungen war, zu Hülfe gesendet. Dort ange-langt, übernahm erden Befehl über die Avantgarde dieser Heeresabthei-lung, schlug damit die Reichsvölker bei verschiedenen Gelegenheiten,eroberte mehrere Reichsstädte, die ihm ansehnliche Kriegssteuern zah-len mussten. Auf dem Rückmärsche wurde er von einer Krankheitüberfallen, die ihn nöthtigte, sich nach Dresden bringen zu lassen.Hier starb dieser tapfere General am 2. Nov. 1758, und wurde in derNeustädter Kirche begraben. Pauli beschreibt sein Leben V. S. 35.u. f. Er hatte sich im Jahre 1733 mit Johanna Sophie von Quastvermählt, aber diese Ehe blieb kinderlos. — Während wir in derGegenwart den Namen v. D. weder in den Listen der Armee, nochin denen der Administration linden, standen noch zu Anlange dieses