Aachen, (auch Aclien) die Freiherrn u. Herrn von.
Von dieser Familie, aus der in Schlesien und in Westphalen nochvor einigen Jahren Mitglieder lebten, lindet man in Siebmachers Wap-penbuche 5. Thl. S. 2X4. das Wappen unter dem Adel von Speyer.Ks zeigt im halb weissen, halb schwarzen Felde drei silberne Halb-monde, und auf dem Helme zwei halb weisse, halb schwarze Biilfelhör-ner, von denen das linke unten, das rechte aber oben weiss ist.— ZuMünster lebt eine AVittwe von Aachen, geborene von Ampoten. — InSchlesien war ein Herr von Aachen mit einer von Dobschiitz vermählt,und in den Jahren 1826 und 1827 starben zu Freiburg und zu Briegzwei Fräulein von Aachen, die Töchter aus jener Ehe. Ein Freiherrvon Aachen stand im Jahre 1806 als Hauptmann in dem Regimentovon Hacken zu Münster und starb im Jahre 1807. — In demselbenJahre dienten noch zwei andere Offiziere dieses Namens in der preussi-schen Armee, und zwar einer als Lieutenant in dem Regiment Herzogvon Braunschweig zu Halberstadt; er starb als Capitain des 5. west-phälischen Linien-Infanterie-Regiments im Feldzuge gegen Russland.Ein anderer diente als Lieutenant, in dem preussischen Dragonerregi-ment v- AVobeser, und starb als Oberstlieutenant (?) im Jahre 1816in der englisch-deutschen Legion zu London; mit ihm erlosch dieseFamilie.
Aar, (Ahr) die Grafeil von.
Siegebahl, erster Graf von Aar, lebte um das Jahr 930. Mit An-sehn und Macht begabt, verwalteten die Grafen von Aar schon unterden fränkischen Königen den Eifelgau. Sie zerlielen in die Linien derAar von Aar und in die von Aar - Hochstaden. Dietrich von Aar war1126 Klostervoigt zu Steinfeld. Sein Enkel Herrmann gelangte zu derhohen Würde eines Ober-Voigtes der Cölnischen Kirche. Er, wiesein älterer Bruder Dietrich , starben ohne Leibeserben, daher seinjüngster Bruder Ulrich in den Besitz sämmtliclier Burgen und Güterkam. Im Jahre 1313 starben von seinen letzten Nachkommen Dietrichund Otto, der erstere kinderlos, und seine ansehnlichen Besitzungen ge-langten an Klöster und Kirchen. Von dieser Zeit an schrieben sich dieGrafen der Ottonischen Linie Aar: Neuen-Aar nach einem neu er-bauten schönen Schlosse. Sie waren Erbhofmeister des Erzstifts Cüln.Aber auch (lieser Ast erlosch 1589 mit Adolph von Neuen-Aar, unddas Erbhofmeisteramt ging an die Manderscheid Blankenheim über.Ein jüngerer Bruder des oben erwähnten Grafen Dietrich, Gerhard,hatte die Linie Aar-Hochstaden gestiftet, er war Ober-Klostervoigtvon Prüm. Sein Sohn Gottfried wurde 1191 Abt von Prüm, seinEnkel Conrad Erzbischof von Cöln und seine Schwester Ilymana Aeb-tissin des adeligen Nonnenklosters Walpurgis, Elisabeth aber Aebtissinzu St. Thomas in der Eifel. — Mit Friedrich erlosch schon um dasJahr 1120 dieser Ast des mächtigen reichen Stammes der Aare und