Druckschrift 
1 (1842) A - D
Entstehung
Seite
429
Einzelbild herunterladen
 

Dohm Dohna.

42!)

D o Ii in, Herr von.

Christian Wilhelm Dohm, geboren zu Lemgo im Jahre 1751, ge-langte durch seine Kenntnisse und eine ununterbrochene Thätigkejtzur Würde eines königl. j>reuss. geh. Kreisdirectorialraths, Gesandtenim westfälischen Kreise, und eines Präsidenten der Kriegs- und Do-mainenkammer zu Heiligenstadt. Am ÜO. Octhr. des Jahres 178t) er-hob ihn König Fried. Wilhelm II. in den Adelstand. Die Thiirme undZinnen eines Domes wurden das Hauptbild seines Wappens. Es bildetdas Ilerzschild in blau und zeigt sich auch auf dem Helme. Nachdem Jahre 1806 trat er in die Dienste des Königs von Westphalen, undwurde dessen Gesandter und bevollmächtigter Minister am königlichensächsischen Hofe. Nach der Auflösung der Napoleonischen Herrschaftzog sich v. Dohm auf sein Gut Pustleben in der Grafschaft Hohen-stein zurück, Iiier starb er am '40. Mai 18'JO. Er nahm als Staatsmann,wie als Schriftsteller, eine ausgezeichnete Stelle ein. Als sich Frie-drich der Grosse im Jahre 1784 mit diesem gelehrten Manne über dasStudium der Weltgeschichte unterhielt, fragte der unvergessliche Mo-narch:aber wo langt eigentlich die Geschichte an?" Sire, da, wodie Fabel aufhört, antwortete der geistreiche Dohm.

Dohna, die Burggrafen und Grafen zu.

Einem verschwiegenen Mund

Wird viel verguunl.

(Symtjolum Conrad Friedrichs, Burggrafen zu Dohna.)

Der Stammherr dieses uralten reichsburggrüfiichen Geschlechteswar der Graf Aloys v. Urpach, ein französischer Kitter aus der Pro-vinz Languedoc. Er leistete dem Kaiser Karl dein Grossen wichtigeDienste wider die Sachsen, und wurde im Jahre 84:1 mit dem SchlosseDohna nebst Zubehör, ohnweit Pirna in Sachsen, belehnt. Ludwigder Fromme bestätigte diese Dotation, und legte ihren Besitzern denTitel von Burggrafen bei. Mit diesem Besitze vereinigten sie den derStädte Königstein, Rabenau und anderer wichtigen Güter. Heinrichv. I). wird als der erste des Geschlechtes genannt, auf den die burg-gräfliche Würde erblich übergegangen ist. Zu ihren Gerechtsamengehörte auch der Zoll auf der Elbbriicke zu Dresden. Markgraf Wil-helm v. Meissen zerstörte den burggräfi. Sitz, und die schon damalsan Mitgliedern- zahlreiche Familie wendete sich nun nach Schlesien,in die Lausitz und nach Böhmen. In allen diesen Landschaften er-warb sie ansehnliche Herrschaften und Güter, und zerfiel darnach inverschiedene Linien und Aeste. Aber schon früher hatten sich ein-zelne Ritter aus diesem Geschlechte nach Schlesien und Böhmen ge-wendet, und im Heere Ottokar's gegen Rudolph von Habsburg gefoch-ten. Iii Schlesien hat ein Dohna schon im Jahre 130.1 von dem Her-zog Conrad zu Steinau das Städtchen Kühen a. d. O. zum Geschenkerhalten. Er kömmt in den Urkunden jener Zeit unter dem NamenOtto v. Donin vor, und wird für den Sohn eines ebenfalls Otto heis-senden Donins gehalten, der an der Seite König Ottokar's und eigent-lich mit diesem zugleich sein Leben einbüsste. Diese Beiden eröffnendie Stammreihe der Ottonischen Linie in Schlesien, deren Nachkom-men' Jahrhunderte hindurch treue Gefährten , Hauptleute und Hofmei-ster der Bolkone aus dem Stamme der Piasten waren. Balthasar,Burggraf zu D., vermachte sogar, aus Anhänglichkeit gegen diese Für-sten, seine Güter dem Herzoge zu Liegnitz. Christoph, Burggraf