Cliamisso.
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Cliamisso, die Grafen und Herren von.
Sie sclirieben sich in alten Zeiten von Chamizzot nn<l stammenans Lothringen. Sie sind bis auf die neueste Zeit in Lothringen, derArgone und dem angrenzenden Striche der Champagne ansässig ge-wesen. Sie haben ihr Geschlechtsregister von Gerard de Chamizzotan, welcher um das Jahr 1305 lebte, bis auf gegenwärtige Zeitununterbrochen und vollgültig beurkundet. Die von Chamizzot Siresund Chevaliers, Herren einer Chatellerie von Chamizzot, welche deChamizzot, Lanieuville, Gouhailant und andere Städte einbegreilt,führten im Laufe des 14. Jahrhunderts verschiedene Fehden gegen dieBürger von Metz. Zwei Friedenstractate der Herren von Chamizzot mitder Stadt Metz, der eine vom Jahre 1373, von Waltzin de Chamizzot;der zweite vom Jahre 1375. von Liebault Sires de Chamizzot unddessen beiden Söhnen Philippe und Jean de Chamizzot, Peres Che-valiers unterschrieben, werden (oder wurden bis zur französischenStaatsumwälzung) im Tresor de Chartres de l'hotel de ville de Metzuntern anderen Urkunden aulbewahrt. Später ward, bei schwankenderRechtschreibung, der Name öfter Chamissot geschrieben und dieSchreibart Cliamisso erst im Jahre 1789 festgesetzt und einmiithig an-genommen. Mehrere von Cliamisso wurden zu verschiedenen Zeitenin den Johanniterorden „de Justice et de Minorite" aufgenommen.Der letzte Maltheserritter des Namens war Louis Francois Anne deChamissot aus dem Hause zu Boncourt (ein Vatersbruder des inPreussen angesiedelten), welcher im corsicanischen Kriege im Jahre1769 bei der Brücke von Golo getödtet ward. Die von Cliamisso sindmit mehreren regierenden Häusern alliirt, den Lothringen, den Carig-nan, und den Bauharnois.
Maria Lotus Eugene Ulric Graf v. Cliamisso, aus dem Hause Villesur Yron (zu deutsch Yrons-Stadt), zu seiner Zeit der Aelteste desGeschlechtes, ward nach abgelegter Adelsprobe, am 9. Februar 1789dem Könige Ludwig XVL vorgestellt. (M. s. Gazette de France,Vendredi 13. Fevrier 1789). Er war baierscher Obrist und Kammer-herr, und starb im Jahre 1810 zu München ohne Nachkommen. Mitihm ist der älteste Zweig des Geschlechtes erloschen. An dessen Stelleist das Haus zu Boncourt getreten. Aeltester des Geschlechts istCharles Louis Marie Hippolyte Comte de Cliamisso, der in Paris lebtund vier Söhne gezeugt hat. Der jüngere Bruder desselben ist LouisCharles Adelaide de Cliamisso de Boncourt, genannt Adclbert v. Ch.,der sich in Preussen niedergelassen hat, wo er der Stammvater einerdeutschen Linie geworden ist. Er ist auf dem Schlosse Koncourt am17. Januar 1781 geboren und, vertrieben aus seinem Vaterlande durchdie Stürme der Revolution, trat er 1798 zuerst als Page und 2 Jahrespäter als Lieutenant in den preussischen Dienst. Nach dem Friedenvon Tilsit war er nach Frankreich zurückgekehrt, wo ihm eine Pro-fessur am Lycemn zu Napoleonville übertragen wurde. Er entsagtejedoch schon im Jahre 1812 dieser neuen Bestimmung und kehrte nachBerlin zurück, wo er als Schriftsteller lebte, und namentlich demStudium der Naturwissenschaften oblag. In den Jahren 1815 —1818begleitete er den Capitain v. Kotzebue auf einer Reise um die Weltals Naturforscher, sodann kehrte er nach Berlin zurück, wo er gegen-wärtig Inspector des königlichen Herbariums ist. Rühmlichst bekanntist Adelbert von Cliamisso als Verfasser der originellen wundersamenGeschichte Peter Schlemihls, und durch viele andere Schriften, nament-lich durch seine Gedichte und Beiträge zum deutschen Musen-Almanacllhat er siph eine ausgezeichnete Stelle unter den deutschen Lyrikern