278
Boniii.
dieser Provinz namentlich: Schoenwerder im Kreise Pyritz, Schoene-berg im Kreise Saarzig (Eigenthum des Oberpräsidenten der ProvinzPommern v. I5onin), (Cusserow, Alt- und Neu - Löwen im KreiseSchlawe, Logow, Loppow und Kunow im Kreise Stolpe (letztere beidedem Major v. I3onin gehörig), Tauentzin im Kreise Lauenburg-Biitow,ferner Naseband (der Kreisdeputirte v. Bonin), Wulflarzig ( die Brü-der Theodor und August v. Boning) u. s. w. Das erwähnte ansehnli-che Dorf Luppow erhielt im Jahr 1689 das Privilegium und die Ge-rechtigkeit einer adeligen mediaten Stadt in Hinterpommern und zuKunow oder Gr.-Kunow befindet sicli das im Jahr 1690 von dem ge-heimen Staatsminister v. Gruinbkow gestiftete Kloster für 12 adeligeund 8 bürgerliche Jungfrauen. Von diesem Kloster ist der jedesmaligeBesitzer Stiftsherr und Patron. Als die berühmtesten und ausge-zeichnetsten Mitglieder der Familie bemerken wir zuerst Dionysiusvon Bonin, den Micraelius zu den angesehensten Käthen des Herzogsvon l'ommern zählt, und der um das Jahr 1550 lebte. — Antoniusv. Bonin war um das Jahr 1620 ein treuer Verwalter des BisthumsCammin in der Würde eines Stiftsvoigtes. — Gcory Otto v. Bonin,geb. im Jahr 1613, wurde im Jahre 1555 wirklicher geheimer Staats-und Kriegsrath und üoindechant zu Colberg. Er ward bei vielen Ge-legenheiten von dem grossen Kurfürsten , besonders auch zu Gesandt-schaften am kaiserlichen Ilofe, dem Haag und. Warschau , auch inBeziehung auf die wissenschaftlichen Anstalten in den brandenburgi-schen Landen gebraucht, namentlich hatte ihm der grosse Kurfürstauch aufgetragen, über die mögliche Ausführung des Planes zu be-richten, der ihm von Seiten eines schwedischen Gelehrten vorgelegtworden war , in Brandenburg eine allgemeine europäische Akademieder Wissenschaften zu errichten. Er starb am 19. Mai 1670. — Zujener Zeit fing die Familie v. Bonin an, schwach an Mitgliedern zuwerden, denn von den Söhnen des Staatsministers blieb Ernst Bogislavals Capitain vor Grave in den Niederlanden, Otto Casimir wurde imSturme vor Namur erschossen, und von den Kindern des LandrathsFriedrich Wilhelm v. B. starben ebenfalls mehrere in der Jugend-blütfie. Ein Enkel von ihm Johann Friedrich blieb als Major bei Prag.Desto zahlreicher war die Nachkommenschaft Christoph Ulrichs, ausdem Hause Carzin. Er hatte zwölf Söhne, und Gcory Emst, der Va-ter Johann Friedrichs, von dem weiter unten noch einmal die Rede ist,hatte acht Söhne. Ein Sohn des erstem Ulrich Bogislav trat auspreussischen Militairdiensten in den reussisclien Civildienst als Kam-merrath. Sein Sohn Christian Friedrich wurde reussischer Regierungs-kanzler zu Gera, und die Söhne von diesem traten wieder in preussi-sche Militairdienste. Als sie zu diesem Zwecke dem Könige Friedrich II.zu Potsdam vorgestellt wurden, fragte er: „W r as für Landsleute?"Worauf der älteste v. Bonin erwiederte: „Voigtländer." Da sah ihnder König starr an, und rief mit lebhaftem Tone, indem er sich zudem hinter ihm stehenden General Buddenbrock wendete: „Wie Teu-fel kommen die Bonin aus Pommern nach Sachsen?" in der Gegenwartist jene Linie der B. in den reussisclien Landen wieder erloschen, unddie Nachkommen derselben sind wieder in Preussen, namentlich Ilo-hert v. B., Lieutenant bei der preuss. Garde-Artillerie. Sehr vieleMitglieder aus diesem Hause- haben auch sehr ehrenvoll im preussi-schen Heere gedient, namentlich: Gcory Ernst v. Bonin, Herr aufBöhlitz in Pommern, sandte am 20. Januar 1752 auch den siebentenseiner Söline in den Kriegsdienst, und versprach, den achten baldnachzusenden. König Friedrich II. gab ihm unterm 20. Jan. 1752 ineinem sehr gnädigen Handschreiben sein Wohlwollen dafür zu erken-nen. (Dieses Schreiben findet man im Urkundenbuche zu Preuss,