Boden — Bodcnliansen. 265
1591 Johann v. Bodelschwingh vor, welcher der letzte Abt des KlostersBelbuck war und bei der Reformation mit allen seinen Mönchen zurlutherischen Confession überging. — Im Jahre 1688 tüdtete Gieselbrechtvon Bodelschwingh im Zweikampfe, in der Gegend von Spandau, einenHerrn v. Morien. Derselbe v. Bodelschwingh starb zu Berlin alsOber-Hofmarschall und Kanzler des Johanniter-Ordens. Er ist wahr-scheinlich derselbe, welchen v. Steinen, III. Bd. S. 492, als Gisbert v.Bodelschwingh, Senior des Johanniter-Ordens u. s. w. bezeichnet und ain20. September 1735 gestorben sein lässt. Wessel I Vyrich, Herr zuBodelschwingh, war Sr. königl. Majestät in Preussen Kriegs-Commissa-rius in der Grafschaft Mark und des Kurfürsten von Cöln Erbthürhii-ter. — Gisbert Wilhelm, Herr zu Bodelschwingh, Geretzhofen, Ober-auxen, Merum, Büdingen, Loe u. s. w. u. s. w., führte auch den Titeleines Erbvoigtes des kaiserlichen freien Hofes Frohenlinde. Er starbam 13. April 1753 Geretzhofen liegt im Kreise Bergheim, der Rhein-provinz. Der Besitzer ist der Baron v. Bodelschwingh-Plettenberg,der älteste Sohn aus dem Hause Bodelschwingh, und seit dem Jahre1831 Ritter des rothen Adlerordens dritter Klasse. Von den v. Bodel-schwinghs zu Velmede finden wir Reinhard v. 15., Herr zu Velmede,der im Jahre 1633 Anna Felicitas v. Oenhausen heirathete, welche dieErbin ihrer Mutter, im Besitz von Velmede wurde. Reinhardt Dietrich,Herr zu Velmede, ist am 13. Juni 1668 der märkischen Ritterschaftaufgeschworen worden. Das Wappen giebt v. Steinen im III. Tbl. Taf.61, Siebmacher ebenfalls im V. Bd. S. 132. v. Steinen giebt Nach-richten und ein Geschlechtsregister dieser Familie im III. Bde. S. 481u. s. f. und Gauhe erwähnt sie S. 127, und v. Hellbach S. 156.
Boden, Herr von.
August Friedrich Boden, gebürtig aus dem Magdeburgschen, wurdevom König Friedrich Wilhelm I. zum Hof- und Kabinetsrath, 1723zum Geheimen Finanz-, Kriegs- und Domainenrath, am 3. April 1739zum wirklichen geheimen Staats-, Kriegs- und Domainenrath ernanntund am 10. April desselben Jahres erfolgte seine Erhebung in denAdelstand. Zugleich war derselbe Chef und Vicepräsident des zweitenDepartements im General - Directorium, Dechant des Stiftes S. Seba-stian zu Magdeburg u. s. w. Er starb, ohne Söhne zu hinterlassen, am11. März 1762. Seine einzige Tochter vermählte sich mit dem Gene-ral-Major Christian Friedrich von Blankensee und starb als Witwe des-selben am 14. Januar 1805 in dem seltenen ehrwürdigen Alter von 81Jahren. Das dem Minister von Boden verliehene adelige Wappen hatein quadrirtes Schild; im 1. Quartiere steht im silbernen Felde einschwarzer gekrönter Adlerhals, im 2., welches von rother Farbe ist,drei goldene Kornähren auf einem grünen Hügel, im 3. blauen Feldesteht auf einem Berge ein Soldat, der das Gewehr ladet, im 4., wel-ches wieder silbern ist, sieht man die goldene Klaue des schwarzenAdlers. Auf dem gekrönten Helme steht zwischen zwei Adlerlliigelnein goldener Stern.
Bodcnliansen, die Herren von.
Das Stammhaus derselben ist das Städtchen Bodenhausen in Nie-dersachsen. Diese Familie ist in Preussen, Hessen und Anhalt ansäs-sig und verbreitet. Die Tafel ihrer Ahnen beginnt Seiffert mit Mel-chior von Bodenhausen auf Arnstein und Gandern. Eine Linie ist frei-