Anwesenheit hoher und höchster Herrschaften. 557
namentlich auch solche, welche durch metrische und pro-saische Mittheilungen in der Achener Mundart den merk-würdigen Dialekt mit seinen weichen schmiegsamen aberauch nach Bedürfniss kräftigen Formen und mit seinenmannigfaltigen Elementen aus den verschiedenen SprachenEuropas wenigstens für die Sprachforschung retten.
Manche bewährte Künstler, Baumeister, Bildhauer,manche Meister in den verschiedenen Grattungen der Malerei,auch in der Glasmalerei, Xylographie, Musik und in derGoldschmiedekunst zählt Achen mit Stolz zu seinen Söhnen.
Im Sommer des Jahres 1856 war die Stadt durch einenlängeren Aufenthalt der Prinzessin Luise von Preussen, späterGrossherzogin von Baden, bevorzugt. Zwei Jahre nachheram 4. Febr. 1858 hatte Achen das Glück, unsern heutigenglorreichen kaiserlich königl. Kronprinzen mit seiner neuver-mählten Gattin Victoria, deren Mutter Victoria, Königin vonEngland, 1842 von König Friedrich Wilhelm IV. nach Achengeleitet worden war, zuerst auf vaterländischem Boden aufsherzlichste zu begrüssen. Die Begrttssung fand auf dem Ge-meinderathssaale durch die Bürgermeister der rheinischenStädte statt. Auch hatte Achen wiederholt das Glück,die erlauchten Eltern, den Prinzen und die Prinzessinvon Preussen in seinen Mauern zu empfangen, wobei seineBewohner durch die Tlieilnahme, welche die Prinzessinden Wohlthätigkeits-Instituten widmete, hoch erfreut underbaut wurden. Von andern Mitgliedern unseres er-habenen Herrscherhauses, welche die Stadt durch längernAufenthalt auszeichneten, nennen wir die Prinzessin Karlvon,Preussen, welche 1859 und 1860 in Achen weilte.Maximilian II., König von Baiern, Gemahl der Tochterdes Prinzen Wilhelm von Preussen, war im Sommer 1850längere Zeit in dem hiesigen Bade.
Am 2. Januar 1861 verlor Achen durch den Tod seinenvielgeliebten Herrscher Friedrich Wilhelm IV., der ihm soviel Wohlwollen erzeigt hatte, und dem es in so aufrich-tiger Liebe anhing. Zum Glück für die Stadt erbte derBruder, unser heute glorreich regierender König und Kaiserneben der Krone auch die wohlwollende Gesinnung fürAchen und seine Bewohner. Diesen war es vergönnt, am