Die Höhere Stiftsschule. Münsterrestauration. 551
Der ursprüngliche Plan bei der Gründung derselben war,mit dem Institut für die zehn Chorälen oder Chorknabenan der Mlinsterkirche eine höhere Knabenschule für dieStadt unter geistlicher Leitung zu errichten. Der Regie-rungs-Schul-Rath, Kanonikus Dr. Frenken, heute Domkapi-tular in Köln, verfasste die Statuten der Schule, welche derKardinal und Erzbischof von Köln, Johannes von Geissei,im Jahre 1851 genehmigte, der auch das Protektorat der-selben übernahm. Sie bildete sich allmählich zu einersechsklassigen Anstalt mit einer Prima aus zu einer Zeit(1855), wo ein grosser Theil der Gemeindeverordneten mitdem Gedanken umging, die Höhere Bürgerschule, welchezwanzig Jahre vorher einem anerkannten Bedürfnisse ihreEntstehung verdankt hatte, eingehen zu lassen. (Wie würdeman überrascht worden sein, wenn statt der eingegangenenrecht bald eine neue, aber auf anderen Grundsätzen errichtetworden wäre.) Von dem Plane, aus der Höheren Stiftsschuleein zweites Gymnasium zu bilden, ging man ab und be-schränkte sich unter der vortrefflichen Leitung ihres heu-tigen Rectors, des Stiftsherrn Dr. Buschmann, sie zu einemProgymnasium zu gestalten. Bis heute ist dieses zur grossenBetrübniss der zahlreichen Familien, welche ihre Kinderder Schule anvertrauen, noch nicht gelungen.
Seit den vierziger Jahren bis auf unsere Tage habendie Restaurationsarbeiten an unserem ehrwürdigen Münsternicht geruht. Wie unabweislich diese waren, geht aus einerSchrift des Präsidenten des Karls-Vereins, Justizrath FranzJungbluth, hervor 1 ). Eine andere Schrift 2 ) gibt nach einemkurzen Bericht über die 25jährige Jubelfeier Rechenschaftüber die Thätigkeit des Karlsvereins, dessen Protektorender höchstselige König Friedrich Wilhelm IV. und der heuteglorreich regierende Kaiser und König Wilhelm waren,welche durch reiche Gnadengeschenke. zu den schon ver-
') Die Restauration des Acliener Münsters, 1862, Kaatzer's Ver-lag. — 2 ) Dank- und Jubelfeier für 25jährige Bemühungen zur Re-stauration des Achener Münsters, veranstaltet durch den dortigenKarlsverein am 20. Dezember 1872, Achen, Druck und Verlag vonAlbert Jacobi & Co., Büchel 65, 1872.