König], Landgericht. Bisthum. Collegiatstift. 535
bataillon von ungefähr 800 Mann blieb liierselbst als Be-satzung zurück.
Nachdem am 1. Dezember die letzten russischen Trup-pen durch Achen gezogen waren, verliess am folgendenTage auch der Fürst Staatskanzler die Stadt.
Wir betrachten uns als am Ziel unserer Aufgabe an-gelangt und beschränken uns für die folgenden Jahre aufkurze, oft nur chronologische Andeutungen.
Mit dem dritten Decennium erhielt Achen bedeutendeEinrichtungen und entstanden verschiedene monumentaleBauten, welche der Stadt zur Zierde gereichen. So wurdemit dem 1. August 1820 das Königliche Landgericht in-stallirt. Der erste Präsident desselben war Hoffmann, wel-chem Scherer nach dem Jahre 1848 folgte.
Nach den politischen Veränderungen mit dem Jahre1814 war das Bisthum Achen in seinen Grenzen geblieben,nur der bischöfliche Stuhl nach dem Abgange Le Camus'nicht wieder besetzt worden. In Folge der Verhandlungenzwischen der Preussischen Regierung und der RömischenCurie erfolgte am 16. Juli 1821 die Bulle De salute ani-marum, nach deren ersten Bestimmung das Bisthum Achenaufgehoben und wieder ein Erzbisthum Köln errichtet wurde.Die bisherige Kathedralkirche der h. Jungfrau zu Achen wurdein eine CollegiatJcirche verwandelt. Das Stift sollte einenProbst, sechs Titular-, einige Honorarkanoniche und achtVicare zählen. Die Pröbste und die Kanonikate, welchein den Monaten Januar, März, Mai, Juli, September undNovember erledigt werden, vergibt der Papst auf Empfeh-lung des Königs, die übrigen der Erzbischof. S. Peter,S. Foilan und S. Nikolaus waren Hauptpfarren, S. Adalbert,S. Michael, S. Jakob, S. Paul (wurde später, 1826 ') Haupt-pfarre) und die Kreuzbrüderpfarre waren Succursalen (vergl.443 f.). Fast vier Jahre verstrichen, ehe die Bulle zur Aus-führung kam. Während dieser Zeit blieben Kapitel undGeneralvicariat in ihrer bisherigen Stellung. Am 20. Dez.1824 wurde Graf Ferdinand August Spiegel zum Desenbergvom Papste Leo XII. zum Erzbischof von Köln ernannt.
*) Quix, die Dominikauerkirche, S. 51. 94 f.