Die Wahlen in den Zünften.
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sehr hohen Preisen. Seine Anhänger vertheilten Geschenkein ihren Wohnungen und bewirtheten die Bürger ihrerPartei in den Wirthshäusern mit Wein und Bier. Die Er-lasse des Raths wurden von Betrunkenen an den 8trassen-ecken vorgelesen und verhöhnt unter dem Rufe vivat Lon-neux, vivat die neue Partei! Die Arbeit auf den Werk-stätten wurde eingestellt.
Unter Tumult und Gewalttaten schritten in den letz-ten Tagen des Mai 1786 die Zunftgenossen beider Parteien ,zu den Wahlen. An den entscheidenden Wahltagen hieltendie Parteihäupter offene Tafel. Unter Pauken und Trom-peten wurden die Resultate einzelner Wahlen entweder un-ter dem Rufe vivat Dauven oder vivat Lonneux! verkündet.Nüsse, Kuchen u. s. w. wurden von den Fenstern derZunfthäuser unter die lärmende und tobende Jugend ge-worfen. Mit Stöcken und Pistolen und durch die vor denThüren tobenden sogenannten Knüttel- oder Klüppelmännerwurden die Gegner eingeschüchtert. Zwei Zeugen sagtenvor einem Notar eidlich aus, dass am 13. Juni 1786 beider Wahl der Krämerzunft sehr viele dem Magistrat an-hängende Leute schon um zwei Uhr auf der Zunftlaubezusammengewesen seien, um sich im Avanciren, Retirirenund Schlagen zu üben, und dass, als die Wähler der Gegen-partei zwischen drei und vier Uhr zum Wahllokal wollten,ihnen ein Fähnrich, der vor demselben die Wache anführte,die Thüre vor der Nase zuschlug. Als diese wieder ge-öffnet wurde, inussten sie zwischen den städtischen Sol-daten und den aufs Schlagen eingeübten Zunftgenossenhindurch, die auf sie einhieben. Die Anhänger Dauvensklagten, ihre Feinde gebrauchten als eindringlichste Argu-mente einen zerbrochenen Arm, eine weggeschlagene Kinn-lade oder ein Ohr in Lappen; die Wache, welche sichihren Unordnungen widersetzen wolle, werde zurückge-schlagen, die Partei durchziehe lärmend mit Musik dieStrassen, bringe ihren Häuptern Ständchen und schwelgedann bis in die Nacht in den Wirthshäusern. Da der Ratham 13. Juni 1786 bei der Wahl der Krämerzunft in derMinorität blieb und auch bei den folgenden Wahlen seinUnterliegen voraussah, so berichtete er an den Kaiser nach