Druckschrift 
2 (1874) Vom Jahre 1400 - 1865 : mit Ill., 8 Beil. u. Reg.
Entstehung
Seite
368
Einzelbild herunterladen
 

368

Johann Joseph Wilclt. Vertrag mit Jülich.

Schuljugend mit ihren Fahnen statt. Unter Läutung derGlocken der Stadt erfolgte der Einzug durch Juncheits-tlioT über die Jakobstrasse, Klappergasse, Rennbahn zurWolfsthiire; von hieraus wurde der Sieger von zwei Stifts-herren ins Gestühl des Probstes geführt, dann das TeDeum angestimmt. Der Zug wurde über den Fischmarkt,die Scliiniedstrasse, den Badermarkt, die Aldegundisstrasse,die Eselsgasse, den Büchel, Holzgraben, das Komphausbad,die Grosskölnstrasse und den Markt bis zum Rathhausfortgesetzt. An der Treppe dieses empfing der eineSyndikden Sieger, während auf den Stadtwällen die Geschützegelöst wurden, auf dem Saal hielt der andere Stadtsyndi-kus in Gegenwart der Bürgermeister und der Beamteneine Anrede an den Sieger, dem die Stadt eine schweresilberne Giesskanne nebst einer silbernen Schüssel zumGeschenk machte. (Das Stift machte ein Geldgeschenk vonachtzig Golddukaten.) Den Schluss der städtischen Ehren-bezeugungen bildete ein Abendessen von 70 Gedecken, dasder Magistrat auf dem Königssaale dem Laureaten, dessenEltern und Gästen zu Ehren gab. Die Eltern desselbengaben am folgenden Tage im Kollegium der Exjesuitenein Mittagsmahl von hundert Gedecken. Der so fast inhellenischer Weise Gefeierte tritt in der Geschichte „derStadt nicht ferner hervor. Er soll jung gestorben sein.Der Verfasser konnte selbst bei solchen, die denselbenNamen führen, eine nähere Auskunft über ihn nicht ge-winnen.

Nach dreijähriger Abwesenheit in Angelegenheiten derStadt langte am 22. April 1777 der Rechtsgelelirte StephanDominicus Dauven in Achen mit der Nachricht an, dieDifferenzen mit Jülich seien durch den Vertrag vom 10. April1777 zu Wien zur gegenseitigen Zufriedenheit geschlichtetworden. Zunächst erhielt die Stadt Achen von dem Herzogevon Jülich gegen 1200 Rtlilr. jährlich auf 120 Jahre denLombard, den Malzweier und das Judengeleit in Stadt undReich Achen 1 ); dann verständigte man sich über eine in-

') Das Lombardgebäude, die Pfarrerwohnung von S. Paul,die S. Stephans- und S. Servatiuskapelle, der Malzweier mit der