158 Achens Befestigung. Wilhelm von Oranien. Finanznoth des Stifts.
minikanern gebildet, entwickelte grosse Fähigkeiten, wurdeDoktor der Theologie und zu wichtigen Missionen gehraucht.Er hinterliess viele Schriften, welche meist erst nach seinemTode gedruckt wurden. Er starb 1566. Der Stadt Achenhatte er ein Darlehn von 2000 Goldgulden gegen 80 GuldenRente gemacht. Dein hiesigen Dominikanerkloster ver-machte er eine jährliche Rente von 12, Goldgulden. (Quix,Beitr. II. 100 u. Dominikanerkl. 32 ff.)
Maximilian II. 1564—1575.
Achen hatte nur wenig Beziehung zu diesem Kaiser,der am 20. April 1566 ihr die Privilegien bestätigte. Imfolgenden Jahre im September raffte eine Seuche viele Be-wohner weg.
Die Ringmauern, Gräben und Vorwerke Achens reichtenim Mittelalter hin, bei der damaligen Kriegsführung, dieStadt vor äusseren Feinden zu schützen. Das war nichtso seit der allgemeinen Einführung der Schusswaffen. Lageund Umgebung der Stadt machte diese ungeeignet, sichgegen Pulvergeschosse nachdrücklich zu schützen, was schondie Ingenieure Karls V. erkannt hatten. Als im Jahre 1568in dem Aufstande der Niederländer gegen Spanien Wilhelmvon Oranien mit einem Heere bei Gülpen stand und vonder Stadt eine Anleihe von 50,000 Tlilr. verlangte und umdiesem Verlangen Nachdruck zu geben, mit Plünderungenund Verwüstungen vorging, fand die Stadt nur Schutz inUnterhandlungen. Durch diese gelang es ihr, die verlangteSumme auf 26,000 Thlr. zu ermässigen. Von dieser Summehatte das Stiftskapitel 3 U aufzubringen. Solche Leistungentrugen gewiss dazu bei, letzteres in bilanzielle Verlegen-heiten zu setzen, die dasselbe veranlassten, acht seinerStiftspfründen eingehen zu lassen, was Papst Gregor XIII.durch eine Bulle vom Jahre 1576 bestätigte. (Meyer, S. 463.)
In diesem Jahre hielten die Protestanten ihre religiösenUebungen in einem Hause in der Eselsgasse'), der grosse
') Gerhard von Hagen erklärte, dass ihm Winnand von Roir, Abtvon Cornelimünster, ein Haus, Hof und Erbe in der Eyselstr&saegegen einen Erbzins von 7 rheinischen Gulden übertragen habe7. April 1428. Deutsche Urkunde im Stadtareli.